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Wirtschaft
02/17/2020

Nach Großumbau lockt Sacher mit digitalen Zimmern und Riesen-Suite

Die Modernisierung der vergangenen Jahre wirkte sich 2019 positiv auf Umsatz und Gewinn aus. Das Hotel Bristol wird als Nächstes renoviert.

von Thomas Pressberger

Die umfangreichen Umbauarbeiten machen sich für die Sacher-Gruppe bezahlt. Im Geschäftsjahr 2019 stieg der Umsatz um knapp sieben Prozent von 83,9 Millionen auf 89,5 Millionen Euro. Der Gewinn legte um mehr als sechs Prozent von 10,8 Millionen auf 11,5 Millionen Euro zu. Zum Sacher-Imperium gehören Sacher-Hotels in Wien und Salzburg, das Hotel Bristol in Wien sowie Cafés in Graz, Innsbruck und Parndorf.

Die positive Entwicklung zeigte sich „gleichmäßig in allen Bereichen des Unternehmens. Dies ist auch ein Ergebnis zahlreicher Investitionen“, sagt Sacher-Geschäftsführer Matthias Winkler. Im Hotel Sacher in Wien wurde unter anderem das Sacher Eck umgebaut, im Haus in Salzburg wurden Zimmer, Café und Restaurant erneuert und die Fassade umfassend renoviert.

„Im Hotel Sacher Wien sind die großen und umfassenden Umbauten abgeschlossen, derzeit arbeiten wir noch an elektronischen Türschlössern und Verkabelungen als Vorbereitungen für digitale Zimmer“, sagt Winkler. Die Arbeiten sollen bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Alle Zimmertüren werden sich künftig auch mit dem Smartphone auf- und zusperren lassen.

In Salzburg wird noch kräftig gewerkt. Anfang Jänner begann die letzte große Phase des Umbaus, die bis Jahresmitte dauern soll. Neu gestaltet werden die Terrassen, Lobby, Rezeption und das Atrium. Am Dach wird mit dem „Skyroom“ eine 200 Quadratmeter große Suite gebaut. Auch in der Mozartstadt sollen die Zimmer „digital“ werden.

„Sacher-App“

In diesem Bereich soll aber noch mehr Folgen: Laut Winkler ist eine „Sacher-App“ in der Testphase, sie soll Mitte 2020 für Hotelgäste ausgerollt werden – in Zukunft sollen zum Beispiel Lichtschalter im Zimmer damit gesteuert werden können.

Positives kann Winkler auch von der Sacher-Torte berichten: Die Zahl der verkauften Stück ist zwar konstant geblieben, durch einen leichten Preisanstieg trug jedoch auch die traditionsreiche Torte zum Umsatzwachstum bei.

Für das laufende Geschäftsjahr hat Winkler noch keine Prognosen, er spricht aber von „guten Aussichten“ und rechnet mit stabilem Wachstum. An anderer Stelle wird heuer weiter umgebaut: Die Planungen für den Umbau des Hotel Bristols in Wien werden bald abgeschlossen, Baubeginn ist 2021 oder 2022.

Wünsche an die Regierung hat der Sacher-Chef auch noch: Mehr Investitionsunterstützungen und -anreize, kürzere Abschreibungszeiten und weniger Bürokratie, wie etwa beim Check-in.