Nach 123-Transporter-Pleite: auch Fuhrpark-Betreiber insolvent

Der Flottenbetreiber hatte 370 Transporter an die 123 Transporter vermietet.
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Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt musste laut Creditreform auch die WEBA GmbH mit Sitz in Sebersdorf, Steiermark, den Weg zum Konkursgericht antreten.

„Am 14. 12. 2021 wurde mit der 123 Shared Mobility GmbH ein Flottenpartnervertrag unterzeichnet. Die 123 Shared Mobility GmbH hat Kleintransporter bis zu 3,5 Tonnen an Verbraucher und Unternehmer über ein Internetportal unter der Marke „123 Transporter“ vermietet. Diese Transporter wurden von der WEBA GmbH geleast und der 123 Shared Mobility GmbH vermietet. Bis zum Herbst 2025 waren über 370 Fahrzeuge im Einsatz“, heißt es im Antrag.

Über die 123 Shared Mobility GmbH wurde am 6. Oktober 20025 ein Insolvenzverfahren eröffnet, bei dem der Sanierungsplan zurückgezogen wurde.

Schwere Vorwürfe

„Diesem Insolvenzantrag sind massive Schwierigkeiten der 123 Shared Mobility GmbH mit deren Kunden vorangegangen, welche auch österreichweit großen medialen Niederschlag gefunden haben. Kautionen wurden nicht bzw. nur nach ausdrücklicher Anforderung und stark verspätet zurückbezahlt“, wird im WEBA-Insolvenzantrag behauptet. „Die 123 Shared Mobility GmbH hat auch damit begonnen, vermeintlich vom Kunden verursachte Schäden doppelt zu verrechnen oder ihn mit einer Strafzahlung zu belegen, wenn sich aus den aufgezeichneten Fahrzeugdaten beispielsweise Geschwindigkeitsübertretungen ergeben haben. Dies unabhängig davon, ob es für diese Übertretung einen Strafzettel gegeben hat oder nicht.“

Bereits zuvor soll die 123 Shared Mobility GmbH Ausgangsrechnungen der Schuldnerin ungerechtfertigt gekürzt und verspätet überwiesen haben. Mit Schreiben vom 25.08.2025 soll die 123 Shared Mobility GmbH den Flottenpartnervertrag mit der Schuldnerin fristwidrig und ungerechtfertigt gekündigt haben. Dem Vernehmen nach werden von 123 Transporter die Vorwürfe bestritten.

Umsatzentwicklungen hinter den Erwartungen

„Damit stand die Schuldnerin vor der Situation, rund 370 geleaste Fahrzeuge monatlich finanzieren zu müssen, ohne dass diese eingesetzt werden und ihrerseits Erträge erwirtschaften. Die Geschäftsführung hat sich mit dem Leasinggeber auf ein erstes Sanierungskonzept geeinigt“, heißt es im Antrag weiters. „Ein Teil der Fahrzeuge wurde von der Leasinggesellschaft eingezogen und einer Verwertung zugeführt. Mit anderen Fahrzeugen sollte das vorhandene Geschäftsfeld neu bearbeitet werden. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Umsatzentwicklungen hinter den Erwartungen zurückblieben. Dies ist einerseits auf die Nachwirkungen des Umgangs der 123 Shared Mobility GmbH mit deren Kunden zurückzuführen, andererseits auch auf saisonale Gründe.“

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 1,075 Millionen Euro beziffert, die Aktiva mit 207.000 Euro. Die Forderungenen gegen die 123 Shared Mobility GmbH in Höhe von 3,942 Millionen Euro gelten als „uneinbringlich“.

Keine Zukunft

Eine Entschuldung soll nicht geplant sein. Die Entscheidungsfindung sei aber noch nicht abgeschlossen, so die Weba GmbH.

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