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Wirtschaft
09/24/2021

Gas-Versorger warten mit Erhöhungen ab

EVN: Beobachten Entwicklung an den Märkten. Auch EnergieAllianz hält sich bedeckt. Energie AG OÖ verweist auf Preisgarantie bis 2022. Salzburg AG hat Preis zuletzt sogar gesenkt.

Nach der Ankündigung einer kräftigen Gaspreiserhöhung durch den Anbieter Montana setzt der niederösterreichische Energieversorger EVN hinsichtlich einer möglichen Anhebung auf Abwarten, ebenso die Vertriebskooperation EnergieAllianz, der auch die Energie Burgenland und die Wienenergie angehören. In Oberösterreich verwies der Landesversorger Energie AG auf die noch bis Anfang 2022 geltende Preisgarantie. Die Salzburg AG hat den Gaspreis erst Anfang August sogar gesenkt.

"Wir beobachten die Entwicklung an den internationalen Märkten", sagte EVN-Sprecher Stefan Zach am Freitag auf APA-Anfrage. Von einer etwaigen Preisanpassung betroffen wären laut Zach etwa 50 Prozent der derzeit rund 290.000 Gaskunden der EVN - nämlich jene, die über sogenannte Standardverträge verfügen. Weitere 50 Prozent der Kunden würden bereits jetzt auf andere Modelle setzen. Das seien einerseits "langfristige, fixe Tarife" und andererseits flexible und an den Großhandelspreis gekoppelte Tarife, die ohnehin "jede Veränderung an den Märkten spüren".

Energie AG mit Preisgarantie

In Oberösterreich teilte die Energie AG auf APA-Anfrage mit, dass schon "seit längerem" und noch bis Anfang 2022 eine Preisgarantie gelte. Derzeit "prüfe man eine Verlängerung dieser Preisgarantie". Bei der Linz AG beruft man sich ebenfalls auf eine Preisgarantie, und zwar bis Ende März 2022 - "daran halten wir fest". Dann wolle man sehen, wie sich der Markt entwickelt, denn man geht derzeit von einem "unnatürlichen Anstieg" aus.

Im Burgenland hielt man sich zu einer möglichen Erhöhung der Gaspreise bedeckt. Für Tarifentscheidungen sei die Vertriebskooperation EnergieAllianz (EAA) von Energie Burgenland, Wien Energie und EVN zuständig. Bei der EAA sei derzeit noch keine Erhöhung im Gespräch, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Man werde die Preise und Märkte aber weiter genau beobachten.

Keine Auswirkungen bei Salzburg AG

Auf die Kunden des Landesversorgers Salzburg AG haben die steigenden Energiepreise am europäischen Großhandelsmarkt vorerst keine weiteren Auswirkungen auf die Kunden - es habe mit 1. August 2021 eine Preisanpassung gegeben, wobei der Preis für Strom und Fernwärme leicht erhöht und der Preis für Gas gesenkt worden sei, erklärte ein Konzernsprecher am Freitag auf APA-Anfrage. Laut Generaldirektor Leonhard Schitter bestehe derzeit kein Handlungsbedarf für weitere Preisanpassungen.

Die Preiserhöhungen beziehungsweise die Preissenkung mit Anfang August seien aufgrund der damaligen Entwicklungen am Energiemarkt erfolgt, hieß es. Die Gaspreissenkung des Salzburger Energieversorgers führte bei einem durchschnittlichen Haushalt zu einer Reduzierung der Kosten um 3,57 Euro brutto pro Monat. Die Salzburg AG zählt rund 32.000 Erdgas-Kunden.

Rechenbeispiel

Für Fernwärme muss für eine Wohnung mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 6.800 kWh mit Mehrkosten von rund 3,92 Euro brutto pro Monat gerechnet werden. Bei einem durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch ergeben sich mit der Strompreisanpassung bei Privatkunden Mehrkosten von 2,06 Euro brutto pro Monat.

Diese Preisanpassung liegt laut Salzburg AG unter der von der Österreichischen Energieagentur berechneten Erhöhung im Strom-Großhandel. Aufgrund des sehr guten Betriebsergebnisses auch im Corona-Jahr 2020 sei die Salzburg AG in der Lage, den Großteil der Strompreiserhöhung am Energiemarkt aus eigenen Kräften zu stemmen. Insgesamt seien rund 230.000 Haushalte von der Strompreiserhöhung betroffen. Der Gesamtpreis für Strom bestehe für den Kunden zu rund 35 Prozent aus Energiekosten, die restlichen rund 65 Prozent seien Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Im österreichweiten Vergleich liege der Strompreis der Salzburg AG nach der erfolgten Preisanpassung im guten Mittelfeld.

Erhöhung bei Montana

Der Anbieter Montana kündigte seinen Gaskunden laut "Standard" eine kräftige Erhöhung des Arbeitspreises um 67 Prozent per Anfang November an und verwies dazu auf die gestiegenen Beschaffungspreise am Energiemarkt. Montana verfügt über keine Speichervorräte und muss sich kurzfristig am Markt eindecken. Die Arbeiterkammer (AK) hält diesen Schritt für nachvollziehbar, wenn man sich die Preisentwicklung der letzten Monate am europäischen Gasgroßhandelsmarkt vergegenwärtige.

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