Wirtschaft
28.05.2018

Millionenpleite eines Nobelrestaurants

61 Mitarbeiter sind betroffen, Schuldenberg beträgt rund 4,09 Millionen Euro.

Zu hohe Investitionskosten, Verspätungen beim Umbau und der Umsatzeinbruch ab Jänner 2018 haben die AT Kamp Catering GmbH mit Sitz in der Wiener Seitzergasse in den Konkurs schlittern lassen. Sie hat am Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. 61 Mitarbeiter und 120 Gläubiger sind betroffen. Das Unternehmen, das von der renommierten Sanierungsanwältin Ulla Reisch vertreten wird, wird nicht fortgeführt werden.

Dazu muss man wissen, dass die Kamp Hospitality Investment Holding mehrere Restaurants in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens betreibt, im Vorjahr expandierte man nach Europa. Das erste Restaurant war das "Ai", ein Edel-Japaner in Wien.

„Das Konzept sieht vor, dass alle Gerichte in der Mitte des Tisches angerichtet und miteinander geteilt werden, damit die Gäste die große Vielfalt der angebotenen Speisen erleben können“, teilt das Unternehmen dem Gericht mit. In den Aus- und Umbau wurden in Wien rund vier Millionen Euro investiert, die Eröffnung verzögerte sich aber um 18 Monate. Auch fand das Restaurant laut eigenen Angaben kein qualifiziertes Personal.

Soziale Medien schuld?

Im Jänner 2018 brach dann der Umsatz ein. Das soll aber nicht nur saisonbedingt gewesen sein, sondern aufgrund des schlechten Services. Auch ein zweimaliger Wechsel der Gastro-Leitung änderte nichts an der Personalmisere. Infolge waren die Gesellschafter aber erneut bereit, weiteres Geld einzuschießen. Ab März 2018 sollten Gewinne geschrieben werden.

"Aufgrund der negativen  Kritik in den Sozialen Medien verbesserten sich die Umsätze aber nicht" und neben der Finanzierung der Verluste hätte auch Geld ins Marketing gesteckt werden müssen. Letzendlich waren die Gesellschafter dazu nicht mehr bereit. Ohne Geld von dritter Seite war das Aus programmiert.

Das Unternehmen soll geschlossen werden. Ob eine kurzfristige Fortführung zu einem besseren Verwertungserlös führt, muss der Masseverwalter eruieren. Ob die Investitionen in Bauten vom Vermieter abgelöst werden könnten, ist unklar. Die Passiva werden mit 4,09 Millionen Euro beziffert, die Aktiva bestehen aus einem Warenlager und aus einer Forderung (200.000 Euro) gegen das Austria Wirtschaftsservice aws unter dem Titel "Beschäftigungsbonus".