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Insolvenzverfahren
01/29/2019

Millionenpleite eines namhaften Transportunternehmens

Nach Steuerprüfung musste das Unternehmen den Rückwärtsgang einlegen.

von Kid Möchel

„Mehrere Geschäftsführerwechsel in den vergangenen zwei Jahren, Dienstverhältnisse, die in Streitigkeiten endeten, Streitigkeiten mit dem slowakischen Tochterunternehmen, das den Transportbetrieb durchführte, die Abwerbung von Lkw-Fahrern und Kunden“ und letztlich eine Steuerprüfung musste dieses österreichische Unternehmen über sich ergehen lassen. Das hält der stärkste Betrieb nicht aus. Jetzt schlitterte er in den Ruin.

Über die Hispano Speditions GmbH mit Sitz in St. Georgen/Ybbsfelde wurde ein Konkursverfahren am Landesgericht St. Pölten eröffnet. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände Creditreform und AKV dem KURIER. „Bei der Schuldnerin handelt es sich um ein international tätiges Speditionsunternehmen, welches im Jahr 2000 gegründet wurde“, heißt es vom AKV. „Die von der Schuldnerin akquirierten Aufträge werden hauptsächlich von der Firma Levante europe s.r.o., einem Tochterunternehmen der Schuldnerin, in der der Slowakei ausgeführt.“

Namhafter Transportunternehmer

Die Hispano Speditions GmbH zog die Transportaufträge an Land, die in der Slowakei ansässige Firma Levante europe s.r.o. führte sie aus. Der Alleingesellschafter ist eine Medicon SA in Luxemburg, Geschäftsführer ist Josef Miklos, Prokurist ist Karl Kralowetz (Jahrgang 1957). Kralowetz hatte schon früher mit seinem Luxemburger Transportimperium Ärger mit Gericht und Finanz. Dazu muss man wissen, dass auch die Hsipano breits im Jahr 2002 in den Ausgleich geschlittert war.

„Die Firma Levante europe s.r.o. fakturierte die reinen Transportleistungen an die Hispano, diese fakturierte mit entsprechendem Aufschlag an die Auftraggeber der Transporte“, heißt es weiter.  „Die Levante verfügt über einen entsprechenden Fuhrpark und die Lenker waren bei ihr angestellt.“

„Unmittelbarer Auslöser der Insolvenzsituation war, dass im Zusammenhang mit der Tochtergesellschaft ein Vorsteuerprüfungsverfahren von den Finanzbehörden eingeleitet wurde“, teilt das Unternehmen dem Gericht mit. „Dies hatte zur Konsequenz, dass die Firma D., welche ein Tankkartensystem für Geschäftskunden betreibt, von der Tochtergesellschaft der Antragstellerin hohe Sicherheiten forderte, welche diese nicht erfüllen konnte.“ In der Folge konnte die slowakische Firma keine Transporte mehr durchführen.

Schulden und Vermögen

Bei Hispano sind letztlich nur zwölf Mitarbeiter beschäftigt. Sie sitzt aber auf einem Schuldenberg in Höhe von 1,612 Millionen Euro, davon entfallen 694.000 Euro auf Banken, 272.300 Euro auf Lieferanten, 226.800 Euro auf die Finanz und 88.400 Euro auf ein spanisches Schwesterunternehmen.

Das Vermögen wird mit 532.900 Euro beziffert, davon entfallen 350.000 Euro auf offene Kundenforderungen. Letztere sind aber an die Hausbank verpfändet. Das freie Vermögen wird mit 31.000 Euro beziffert. Die "Frachtvorschüsse der slowakischen Tochter (792.000 Euro) wurden mit Null wertberichtigt. Das Unternehmen soll nicht fortgeführt werden.

Laut Creditrefrom hat die Tochter Levante Europe mit Sitz in Komarno, Slowakei, im Geschäftsjahr 2017 rund 5,575 Millionen Euro umgesetzt und 102.500 Euro Jahresverlust geschrieben. Der Verlustvortrag aus den Vorjahren wird mit fast 358.000 Euro beziffert.

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