Millionenpleite eines bekannten Maschinenbauers

Die Unternehmensgruppe hat elf Millionen Euro Schulden.
Das Wort „insolvent“ ist durch ein Loch in einem grünen Blatt Papier sichtbar.

„Gabriele und Peter Paul Payr starteten 1998 als Unternehmer. In den Jahren danach wuchs die Mitarbeiterzahl kontinuierlich und erreichte 2007 den Stand von 20. Als Folge umfangreicher Engineering-Projekte und dem Aufbau der PAYR Production, ist die Mitarbeiteranzahl weitergewachsen – derzeit werden 70 Mitarbeitende beschäftigt“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „Seit 20 Jahren lebt Peter Paul Payr seine Vision von „Wir sind PAYR!“ vor. Ein umfangreiches Investitions- und Organisationsentwicklungsprojekt trägt jetzt dazu bei, Wachstum für das Unternehmen sicherzustellen und Zuversicht für die Zukunft zu entwickeln. Denn „Lösung durch Technik“ kann nur im Team gelingen!“

Und weiters heißt es: „Um die Projekte und Aufträge unserer Kunden in bester Qualität und Termintreue abzuwickeln, haben wir unsere Organisation auf die Erfordernisse angepasst und die Aufgaben den Sparten zugeordnet. Die Spartenleiter unterstützen die Geschäftsführung und stehen jederzeit gerne für Ihre Anliegen zur Verfügung!“ 

Über das Vermögen der Unternehmen der PAYR-Gruppe (PAYR Group GmbH, PAYR Construction GmbH, PAYR Production GmbH und Payr Engineering GmbH) mit Sitz in Patergassen wurden heute am Landesgericht Klagenfurt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigt Iris Scharitzer von Creditreform dem KURIER. 51 Mitarbeiter sind laut AKV und KSV1870 betroffen.

Die Unternehmensgruppe sei auf Maschinen- und Sondermaschinenbau spezialisiert. Der Fokus liege auf der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung individueller Anlagenlösungen – von Prototypen bis hin zu vollautomatisierten Systemen.

Das Payr-Netzwerk

  • PAYR Group GmbH: Das Unternehmen ist seit Jänner 2021 die Holding-Gesellschaft der PAYR-Gruppe.
  • PAYR Construction GmbH: Das Unternehmen hat in den Jahren 2009 -2010 das Bürogebäude und die Fertigungshalle errichtet. Primärer Unternehmensgegenstand ist die Vermietung des Betriebsgebäudes an die PAYR Engineering GmbH und PAYR Production GmbH.
  • PAYR Production GmbH: Das Unternehmen wurde 2007 gründet. Die wesentlichen Geschäftsfelder liegen in der Fertigung von Prototypen, Mustern und Kleinserien sowie Beschaffung von erforderlichen Zukaufteilen.
  • Payr Engineering GmbH: Das Unternehmen ist die Nachfolgegesellschaft des von Herrn Ing. Payr gegründeten Einzelunternehmens. Die Geschäftstätigkeit beschränkt sich auf Engineering-Leistungen und bietet Komplettlösungen für Kunden an.

Die Insolvenzursachen

„Die Insolvenz der PAYR-Gruppe ist im Wesentlichen auf das Scheitern des Verkaufs der entwickelten Fasergusstechnologie sowie auf belastende Markt- und Personalkostenentwicklungen zurückzuführen“, so Creditreform. „Zudem führten die anhaltenden Auswirkungen der Energiekrise zu dauerhaft erhöhten Energie- und Betriebskosten und verschärften die wirtschaftliche Situation zusätzlich.“

Die Schulden

Die Passiva betragen insgesamt rund 11,0 Millionen Euro.

Die Zukunft

Alle vier insolventen Unternehmen streben derzeit die Fortführung des Betriebes und den Abschluss von Sanierungsplänen an“, so der AKV. „Die Finanzierung der Sanierungsplanquoten soll aus dem Fortbetrieb, aus zu setzenden Restrukturierungsmaßnahmen sowie Teilverwertungen von nicht betriebsnotwendigen Anlagevermögen gewährleistet werden. Eventuell werden auch von dritter Seite liquide Mittel zugeführt.“

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