Millionenpleite eines ambitionierten Abbruch-Unternehmens
„Seit mehr als 3 Jahrzehnten sind unsere Eigentümer Firma Pongratz Bau GmbH und GF Anton Grübler im Bereich Abbruch tätig. Bis 2016 unter dem Namen „Pongratz Spezialabbruch“ wurden unsere Auftraggeber stets zufrieden gestellt. Aufgrund der stark steigenden Auftragslage & um noch besser auf Kundenwünsche eingehen zu können wurde die Fa. demolit Abbruch GmbH ins Leben gerufen und steht seither für professionelle Arbeit im Sinne der AuftraggeberIn & Kunden“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „Die Demolit Abbruch GmbH ist ihr verlässlicher Partner für Abbruch & Entkernungen. Bei uns erhalten Sie das Komplettpaket zu Ihrer vollsten Zufriedenheit. Zusätzlich können wir mit unseren Partnerfirmen Ihre weiteren Wünsche für Sie erfüllen.“
Über das Vermögen der Demolit-Abbruch GmbH mit Sitz in Heiligenkreuz am Waasen, FN 446853m, wurde am Donnerstag am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigt Günther Moser von Creditreform dem KURIER. Unternehmensgegenstand ist der Abbruch von Gebäuden und Gebäudeteilen sowie damit zusammenhängende Recyclingarbeiten. 24 Mitarbeiter sind laut KSV1870 und AKV von der Pleite betroffen.
Der Hintergrund
„Die Krise hat sich abgezeichnet, es läuft schon länger nicht mehr rund. Bereits in den Jahren 2019 und 2020 und somit knapp vor und nach Ausbruch der COVID 19 Pandemie hat die Schuldnerin erhebliche Verluste erlitten“, heißt es weiters. „Zahlungsausfälle und Vertragsrücktritte von Auftraggebern wegen angeblich von der Demolit-Abbruch GmbH verursachter Schäden rissen ein Loch ins Budget. Man hat dann den Fokus auf die betriebliche Kernkompetenz, nämlich bauliche Abbrucharbeiten, gelegt.“
Dadurch soll sich die Lage vorübergehend entspannt haben. „2025 kam dann aber der große Crash. Man hat mit zwei bereits zugesagten Großprojekten kalkuliert“, so Creditreform. „Als diese in letzter Sekunde gestoppt wurden, mussten man die Reißleine ziehen und den gegenständlichen Insolvenzantrag einbringen.“
Schulden und Vermögen
„Die Passiva (zu Buchwerten) werden mit rund EUR 3,265 Millionen Euro angegeben, wobei ein wesentlicher Teil auf Lieferantenverbindlichkeiten entfällt. Zudem entfällt ein Teil auf Verbindlichkeiten die als eigenkapitalersetzend anzusehen sein werden“, so der AKV. Die Aktiva werden mit 1,06 Millionen Euro beziffert.
Die Zukunft
Das Unternehmen soll fortgeführt und den Gläubigern ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent angeboten werden. Laut AKV seien Reorganisationsmaßnahmen bereits weit fortgeschritten. Insbesondere seien in den vergangenen Wochen Anpassungen im Bereich der Dienstnehmer vorgenommen worden. Zudem seien Investorengespräche im Gange.
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