Millionenpleite eines bekannten Gartencenter-Betreibers
Die Rosen Waibel HandelsgesellschaftmbH aus Mäder hat am Landesgericht Feldkirch einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Das bestätigt Günther Moser von Creditreform dem KURIER. Von der Insolvenz sind 30 Gläubiger und 23 Dienstnehmer betroffen. Das 1991 gegründete Unternehmen ist im Handel und Vertrieb von Blumen tätig und betreibt ein Gartencenter. Geschäftsführender Gesellschafter ist Marco Waibel.
Zugleich ist die Waibel Floristik GmbH mit Sitz in Münchendorf, NÖ, insolvent. Laut KSV1870 hat sie am Landesgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. 44 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.
Die Insolvenzursachen
Als Insolvenzursachen der Rosen Waibel nennt das Unternehmen laut KSV1870 die Inflation, die bei wichtigen Kunden zu einem Kaufkraftverlust geführt habe. Bestehende Überkapazitäten am Markt hätten die Wettbewerbssituation verschärft. In der Folge seien die Umsätze zurückgegangen, die Verbindlichkeiten gestiegen. "Den entscheidenden Schlag versetzte schließlich die Hausbank: Sie kündigte die Geschäftsbeziehung und stellte den Kredit fällig", so Creditreform.
Laut KSV1870 hatte bei der Waibel Floristik der Verlust eines wichtigen Großkunden nicht nur erhebliche Umsatzrückgänge zur Folge, sondern führte mittelbar auch zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit den Lieferanten der Schuldnerin. Diese Umstände sowie die allgemeinen Teuerungen machten die nunmehrige Antragstellung notwendig.
Die Schulden
Die Verbindlichkeiten der Rosen Waibel belaufen sich auf rund 2,49 Millionen Euro, davon sind etwa 2,315 Millionen Euro fällig. Die Verbindlichkeiten der Waibel Floristik betragen rund 5,7 Millionen Euro, das freie Vermögen 890.000 Euro.
Die Zukunft
Beide Unternehmen sollen fortgeführt werden. Den Gläubigern wird jeweils ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten. Defizitäre Teilbetriebe wie die Produktion von Blumen sollen geschlossen werden. Ohne Verkleinerung des Personalstandes werde der Turnaround wohl nicht gelingen, heißt es im Eröffnungsantrag.
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