Bittere Pleite der Betreiberin einer bekannten Wellness-Oase
Symbolbild
„Dein Aufenthalt im Hammam des AUX GAZELLES steht unter dem Motto der Körperreinigung und Entspannung. Dein Besuch im Hammam beginnt mit einem Bad oder einer Dusche, um deinen Körper von Schmutz zu befreien. Danach folgt der Gang in das Dampfbad. Durch eine kreislaufschonende Raumtemperatur von 50°C bis 60°C werden deine Muskeln entspannt und die Poren deiner Haut geöffnet“, heißt es auf der Homepage. „Der Einsatz von ätherischen Ölen in Verbindung mit dem Wasserdampf reinigt deine Atemwege. Nach etwa 15 Minuten seifst du deinen Körper mit warmem Wasser und Schaum ein. Nach einem weiteren Gang ins Dampfbad legst du dich anschließend auf eine warme Marmorplatte und lässt dich von einem Hammam Meister/-in, dem sogenannten “Tellak” verwöhnen.
Und weiters heißt es: „Dein Körper wird mit einem rauen Handtuch, auch “Kees” genannt, massiert. Diese Massage wirkt wie ein Ganzkörper-Peeling: deine abgestorbenen Hauptpartikel werden abgetragen und deine Durchblutung wird angeregt. Zusätzlich kommen dein Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System in Schwung. Im Anschluss an das Peeling umhüllt der/die Hammam Meister/-in deinen Körper erneut mit Seifenschaum und fährt mit der traditionellen Hammam-Massage fort.“
Das "Aux Gazelles" in der Rahlgasse im sechsten Bezirk muss Insolvenz anmelden. Wie laut Creditreform aus dem Antrag der Betreibergesellschaft CRU Christine Ruckendorfer Projekt GmbH hervorgeht, hat sich das Unternehmen gezwungen gesehen, seine Zahlungsunfähigkeit einzugestehen. Derzeit sind 15 Dienstnehmer beschäftigt, ein Betriebsrat ist nicht eingerichtet.
Das Lokal, das seit 2002 als "Hôtel sans chambres" mit Hammam, Clubbar, Restaurant, Bazaar und Business Lounge betrieben wird, kämpft mit stark gestiegenen laufenden Kosten. Gleichzeitig habe sich das Konsumverhalten der Gäste verschlechtert, heißt es in der Begründung.
Die Schulden
Die Verbindlichkeiten belaufen sich laut Gläubigerliste auf rund 230.000 Euro. Die Gesellschaft verfügt über eine Betriebs- und Geschäftsausstattung, Liegenschaftsbesitz besteht keiner.
"Nach Vorliegen einer Inventarisierung sowie der Schätzung eines vom Insolvenzverwalter noch zu bestellenden Gutachters kann der genaue Wert des im schuldnerischen Unternehmen befindlichen Anlage- und Umlaufvermögens bekanntgegeben werden. Auch sind etwaig offene Forderungen noch vom Insolvenzverwalter auf deren Werthaltigkeit sowie Einbringlichkeit hin zu überprüfen", so der AKV.
Geschäftsführerin Christine Ruckendorfer hält eine Stammeinlage von 79.339 Euro, die NIVEVE AG ist mit 20.661 Euro beteiligt. Die Rechtsvertreter haben angekündigt, die Haftung für die Anlaufkosten des Insolvenzverfahrens bis zu einer Höhe von 4.000 Euro zu übernehmen.
Das "Aux Gazelles" reiht sich damit in eine Serie von Gastronomie-Insolvenzen ein. Die Branche kämpft österreichweit mit steigenden Personal- und Betriebskosten sowie verändertem Konsumverhalten.
Kommentare