Zweite Pleite führt zur Unternehmensschließung

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Insolvenz
05/25/2016

Millionen-Pleite in der Schotter-Branche

Das Unternehmen hat 6,55 Millionen Euro Schulden, Banken sitzen auf gepfändeten Liegenschaften.

von Kid Möchel

Diese Insolvenz wurde schon angekündigt: Am Montag musste die Frühwald Holding GmbH aus Tillmitsch bei Leibnitz, Steiermark, mit fast 12 Millionen Euro Schulden den Weg zum Insolvenzgericht antreten, am Mittwoch folgte eine weitere Teilgesellschaft der Frühwald-Gruppe. Die Frühwald GmbH & Co KG hat laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform, AKV und KSV1870 ein Konkursverfahren am Landesgericht Graz beantragt. Das Verfahren wurde mittlerweile auch eröffnet.

Die marode Gesellschaft fungierte in der Frühwald-Gruppe als Liegenschaftseigentümerin bzw. Grundstücksverwalterin und dazu gehören Schottergruben. „Viele dieser Liegenschaften wurden nach Abschluss des Schotterabbaus wieder befüllt und als Bade- und Fischereiseen verpachtet“, heißt es im Antrag aus der renommierten Grazer Anwaltskanzlei ScherbaumSeebacher. „Am Sitz der Gesellschaft befindet sich auch ein Betonwerk, das bis vor wenigen Jahren noch selbst betrieben wurde.“

Ursprünglich war geplant, die Liegenschaften der Frühwald GmbH & Co KG. zu verkaufen, um der gesamten Frühwald-Gruppe eine außergerichtliche Entschuldung zu ermöglichen. Doch dieser Plan ging nicht auf. Zwar wurde bis zuletzt daran gearbeitet, die Grundstücke zu veräußern, doch die Insolvenz der Holding machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

„Über einen Großteil der Betriebsliegenschaft inklusive dem Betonwerk liegt ein Kaufangebot einer Pächterin vor, und über einen Werksee gibt es einen fertig verhandelten Kaufvertrag, der vom Masseverwalter jederzeit angenommen werden könnte“, heißt es im Antrag weiter. Ziel sei es nun, diesen Verkaufsprozess mit Hilfe der Banken und der Eigentümer fortzusetzen.

„Sollte es gelingen, mit den Gläubigerbanken ein abgestimmtes Verwertungskonzept zu entwickeln und den Verkauf von unbelasteten Grünstücken zeitnah durchzuführen, wird die Gesellschaft die Erfüllbarkeit eines Sanierungsplans prüfen.“ Das heißt: Sie wird im besten Fall den unbesicherten Gläubigern 20 Prozent Quote anbieten.

Das Vermögen

Die Aktiva haben einen Liquidationswert in Höhe von 5,667 Millionen Euro, davon entfallen aber 5,53 Millionen Euro auf an Banken verpfändete Liegenschaften; 61.800 Euro auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen, weitere 60.700 Euro auf offene Forderungen, 10.000 Euro auf die Betriebsausstattung, 3400 Euro auf Wertpapiere und 1800 Euro liegen anscheinend in der Kassa. Detail am Rande: Auf einer verpachteten Liegenschaft gibt es noch ein Vorkaufsrecht.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit 6,55 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 6,372 Millionen Euro auf Banken, 149.400 Euro auf Lieferanten und 29.800 Euro auf sonstige Verbindlichkeiten.

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