Weitere Großpleite in Niederösterreich

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Insolvenz
02/24/2017

Millionen-Pleite eines Kärntner Bürgermeisters

Die erforderlichen Umsätze in seiner Wellness-Pension blieben aus.

von Kid Möchel

Der Bürgermeister von St. Georgen im Lavanttal, Karl Markut, hatte gestern einen schweren Gang anzutreten. Er brachte einen verbesserten Sanierungsantrag ohne Eigenverwaltung bein. Zuvor dürfte aber bereits ein Gläubiger beim Konkursgericht Klagenfurt einen Antrag gestellt haben. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände AKV, Creditreform und KSV1870 dem KURIER. Markut unterhält als nicht protokolliertes Einzelunternehmen einen Beherbergungsbetrieb: die Wellness-Pension Waldhof. Er hat zwei Gewerberechtigungen: eine für das Gastgewerbe und eine für den Handel. Den Gläubigern werden 20 Prozent Quote geboten.

Um die Eröffnungskosten für das Insolvenzverfahren abzudecken, hat Markut, Jahrgang 1954, 4000 Euro an das Landesgericht Klagenfurt überweisen.

Der Hintergrund

„Für die Errichtung meiner Betriebsliegenschaft wurde zur Ausfinanzierung im Jahre 2004 ein Schweizer-Franken-Darlehen in Höhe von EUR 750.000 Euro mit Endfälligkeit aufgenommen“, heißt es in dem knappen Antrag. „Durch die Bankenkrise 2008 und dem darauf folgenden Kursverlust des Euro wurde auf Betreiben der Bank eine Konvertierung vom Schweizer Franken in den Euro durchgeführt und die Darlehenssumme betrug ab dem Jahr 2012 1,1 Millionen Euro.“ Nachsatz: „Die wirtschaftliche Krisensituation ergaben nicht die Umsätze aus dem Betrieb, die die Bedienung der Fremdmittel erfordert hätte. Dazu kam die Insolvenz einer Kärntner Fertighaus Firma, wo ich zu namhafter Haftung verurteilt wurde.“

Alle Sanierungsbemühungen in den vergangenen Monaten sollen vergeblich gewesen sein. „Meine Liegenschaften sind durch die Hausbank und einem weiteren Gläubiger belastet, darüber hinaus besitze ich kein nennenswertes Vermögen", teilt der Politiker mit.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit 1,277 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 1,01 Millionen Euro auf die Kärntner Sparkasse, 152.500 Euro auf die Finanz, 85.000 Euro auf die Wigo Vertriebs GmbH, 11.000 Euro auf Lieferanten und 18.300 Euro auf den Steuerberater.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit 1,053 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 956.850 Euro auf die verpfändete Betriebsliegenschaft (Verkehrswert) in St. Georgen; dazu kommen aber nur zwei weitere Liegenschaften mit einem Wert in Höhe von 95.000 Euro. 1.300 Euro beträgt das Bankguthaben. Von der Gemeinde St. Georgen im Lavanttal bezieht Markut eine Aufwandsentschädigung - 14 Mal im Jahr. Sein BMW ist geleast.