Wirtschaft
08.06.2017

Millionen-Pleite eines Anlagenbauers

Unternehmen hat rund 6,2 Millionen Euro Schulden, 57 Arbeitsplätze betroffen. Aber die Auftragslage soll gut sein.

Der harte Wettbewerb, empfindliche Umsatzrückgänge und Wertberichtigungen haben der Firma Waser Energieoptimierung & Anlagenbau GmbH mit Sitz in Ried im Traunkreis, das Wasser abgegraben. Das Unternehmen hat am Landesgericht Steyr einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt.

200 Gläubiger und 57 Arbeitnehmer sind betroffen. Das bestätigen Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform und Petra Wögerbauer vom KSV1870 dem KURIER.

Die Unternehmensgruppe Waser, zu der auch die Waser Thermodynamics GmbH gehört, wurde 2008 gegründet und beschäftigt sich mit technischer Gebäudeinfrastruktur, thermischen Industrieprozessen und Produktionstechnik wie Heizungen, Klima- und Lüftungsanlagen sowie Wärmerückgewinnung. Zugleich werden Geräte und Software entwickelt.

Im Jahr 2009 wurde die Firmengruppe vom klassischen Anlagebauer zum Energieunternehmen neu ausgerichtet und neue Märkte erschlossen. Im Vorjahr sorgte der starke Mitbewerb für einen Umsatzrückgang um ein Viertel. Wurden im Geschäftsjahr 2012/13 noch 12,2 Millionen Euro umgesetzt, so sank der Umsatz im Geschäftsjahr auf 9,388 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren war der Betrieb aber profitabel.

Das Marktumfeld ist heute weiter schwierig, die Kunden investieren offensichtlich weniger. Im April 2017 verstarb der kaufmännische Geschäftsführer Friedrich "Fritz" Waser, nun musste sein Sohn in die Fußstapfen treten. Der war bisher für die technische Abwicklung zuständig.

Die Zukunft

Die Aktiva werden mit rund 700.000 Euro beziffert, die Passiva mit zirka 6,2 Millionen Euro. Das Unternehmen soll fortgeführt werden, den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit 20 Prozent Quote angeboten. Die Auftragslage soll sehr gut sein, fast ein Gesamtjahres-Auftragsstand soll vorliegen.