Wirtschaft 30.11.2016

Millionen-Pleite einer Gebäudebetreuung

Objektbau führte Unternehmen in die Verlustzone © Bild: Getty Images/iStockphoto/Nastco/iStockphoto

Unternehmen hat fast acht Millionen Euro Schulden, etwa 135 Arbeitsplätze wackeln

Mehrere Großaufträge haben das Facility-Management-Unternehmen „TGB Technische Gebäudebetreuung GmbH“ in die Pleite schlittern lassen. Das Unternehmen hat laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform, AKV und KSV1870 am Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. 135 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen, im Insolvenzantrag wird zugleich auch die Zahl 132 Mitarbeiter genannt. Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den rund 330 Gläubigern soll ein Sanierungsplan angeboten werden.

Die TGB Technische Gebäudebetreuung GmbH wurde laut eigenen Angaben im Jahre 1992 vom geschäftsführenden Mehrheitsgesellschafter Otmar Pribitzer gegründet und hatte ursprünglich nur vier Mitarbeiter. Im Wesentlichen ist das Unternehmen in folgenden Bereichen tätig: im Facility Management und Facility Services, im Facility Services für infrastrukturelle Großkunden, in der Gebäudetechnik, bestehend aus Lüftungs-, Heizungs-, Sanitärtechnik, in der Elektrotechnik und Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie in der Kälte- und Klimatechnik.

„Die Antragstellerin ist für Kunden in unterschiedlicher Größe tätig - beginnend bei Start-up-Unternehmen bis zu Großkonzernen“, heißt es im Insolvenzantrag aus der Feder der renommierten Sanierungsanwältin Ulla Reisch. „Das Unternehmen ist bestens am Markt eingeführt und verfügt aktuell über eine stabile und zufriedenstellende Auftragslage.“

Die Insolvenzursachen

„Die eingetretene Zahlungsunfähigkeit ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen bei mehreren großen Aufträgen erhebliche Verluste erleiden musste“, heißt es weiter. „So führten massive Bauzeitverzögerungen zu dementsprechend korrelierenden Aufwendungen auf Seiten der TGB, die aber von den Auftraggebern nicht oder nicht in ausreichendem Maß abgegolten wurden.“

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit 7,985 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 3,93 Millionen Euro auf die Hausbank, 1,629 Millionen Euro auf Lieferanten und Leistungen, 1,064 Millionen Euro auf die Dienstnehmer, 619.000 Euro auf das Finanzamt,, 457.800 Euro auf die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und 249.500 Euro auf die Vorsteuer-Rückverrechnung.

Das Vermögen

Die freien Aktiva werden mit 1,261 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 700.000 Euro auf nicht verpfändete offene Forderungen, 221.400 Euro auf Wertpapiere und 159.800 Euro auf noch nicht abgerechnete Leistungen. Der Wert der Betriebsausstattung wird mit 47.5000 Euro beziffert, der des Fuhrparks mit 70.600 Euro und die Vorräte mit rund 12.000. Detail am Rande: Weitere Forderungen in Höhe von 2,051 Millionen Euro sind an die Hausbank verpfändet.

Die Zukunft

„Die TGB strebt die Fortführung des Unternehmensbetriebes an“, heißt es im Antrag weiter. „Unmittelbar vor Erstellung des gegenständlichen Insolvenzantrages wurde unter Beiziehung eines professionellen Unternehmensberaters und Inanspruchnahme interner Ressourcen das Unternehmen durchleuchtet.“ So wurden organisatorische und strukturelle Änderungen bereits eingeleitet. „Der vorhandene Auftragsstand und die diesen Aufträgen zugrundeliegenden Konditionen machen es möglich, dass das Unternehmen ab Insolvenzeröffnung positiv fortgeführt werden kann“, heißt es weiter. "Dem Insolvenzverwalter kann eine detaillierte Finanzplanung übergeben werden, woraus ersichtlich ist, dass die Gefahr der Beeinträchtigung der Befriedigung der Insolvenzgläubiger durch die Unternehmensfortführung beeinträchtigt wird, nicht besteht.“

Für folgende Unternehmen, Institutionen und öffentliche Einrichtungen (Schulen,Krankenhäuser etc.)

ist bzw. war TGB laut eigenen Angaben tätig:

• Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn

• LBS Mistelbach

• SMZ-Ost Donauspital

• Style Hotel Vienna

• Deichmann Schuhvertriebsges.m.b.H.

• Kurkonditorei Oberlaa

• Hofburg - Österreichisches Staatsarchiv

• WSF-Schulungs- und Bürozentrum

• Schweizerhaus

• Laborgebäude Polymun

Wohnhausanlage Klosterneuburgerstraße

Sozialbau Wohnhausanlage - Podhagskygasse

• Arwag Wohnhausanlage

• MS Bau Wohnhausanlage Balderichgasse

• Kindergarten Linzerstraße

Wohnhausanlage Leibnizgasse

• Erweiterung der Elektroinstallation

Freiwillige Feuerwehr St. Margarethen

• Bauhilfe - WHA Karree St. Marx mit Geschäftslokalen

• Krankenhaus Hietzing

• Universität für Bodenkultur

• Universität für Bodenkultur

Sozialbau WHA - Collmanngasse

• Stumpf WHA - Leo Matthausergasse

• Errichtung eines Laborgebäudes

Technisches Museum Wien

Polymun Scientific GmbH

• Gewog WHA mit Tiefgarage - Märzstrasse

• Arwag Passiv WHA Eurogate - Aspangstraße

Sozialbau WHA - Oedenburgerstrasse

Sozialbau WHA

Sozialbau und ÖVW Wohnhausanlage Lorettoplatz

Wohnhausanlage mit 7 Studentenwohnungen

• Orange Shops Österreichweit

Sozialbau Wohnhausanlage - Vorgartenstraße

• Einfamilienhaus Alarmanlage

Sozialbau Wohnhausanlage - Engerthstrasse

• Universität für Bodenkultur

Wohnhausanlage Wimbergergasse

Medizinische Universität Wien

• Budo Center

• Landespensionisten- und Pflegeheim Retz (LPPH)

• HBLA Klosterneuburg

• Landespensionisten- und Pflegeheim Retz (LPPH)

( kurier.at ) Erstellt am 30.11.2016