Millionen-Pleite einer Büroartikel-Firma

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Foto: /kbeis/iStockphoto Insolvenz mit dem Verkauf von Bürowaren

Das Unternehmen hat rund 2,87 Millionen Schulden, davon 1,61 Millionen Euro bei der Finanz.

Diese Insolvenz ist noch sehr undurchsichtig. So ist auch die Mitteilung an das Konkursgericht äußerst knapp gehalten. „Wir sind seit 1. Februar 2017 zahlungsunfähig im Sinne der Konkursordnung und haben mehrere Gläubiger zu befriedigen“, heißt es in einem Schreiben von Anfang März 2017. Dabei gibt es die Konkursordnung seit Einführung des Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2010 gar nicht mehr. Sie heißt seitdem Insolvenzordnung. Aber das ist eine andere Geschichte.

Schweizer Mutterfirma

Zurück zur Pleite: Sie betrifft die Tonac HandelsgmbH mit Sitz in Rankweil, die eine 100-Prozent-Tochter der Schweizer CCA Büroprodukte AG mit Sitz in Egg ist. Die Tonac HandelsgmbH wurde erst im Mai 2013 gegründet. Geschäftsführer der Österreich-Gesellschaft und Verwaltungsrat der Schweizer Muttergesellschaft ist eine Person namens Olindo Annecchiarico. Sie ist auch Abwickler von drei anderen Firmen mit Sitz in Rankweil, die liquidiert werden.

Hohe Schulden

Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870 und Creditreform hat die Pleite-Gesellschaft, die mit Büroartikeln handelt, rund 2,871 Millionen Euro Schulden angehäuft; davon entfallen 1,616 Millionen Euro auf die Finanz und 1,254 Millionen Euro auf Lieferanten. Wodurch dieser hohe Schuldenstand beim Finanzamt ausgelöst wurde, ist bisher unklar.

Dieser Schuldenberg ist nicht durch Vermögenswerte besichert. Im Schnitt soll Tonac rund fünf Millionen Euro umgesetzt haben.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit 1,334 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 885.000 Euro auf Forderungen gegen einen Großkunden und 448.000 Euro auf offene Lieferungen. Auf dem Firmenkonto liegen gerade einmal knapp 80 Euro. Sonst soll kein Vermögen vorhanden sein. Außer: angebliche Ansprüche gegen die Gesellschafterin.

Wenige Infos

Das Unternehmen strebt einen Sanierungsplan an. „Es liegen dem KSV1870 derzeit noch keine Informationen über die Ursachen des nunmehrigen Vermögensverfalls vor“, heißt es dazu. „Der Insolvenzeröffnungsantrag wurde zwar von der Schuldnerin gestellt, doch hat sie sich zu diesem Punkt nicht geäußert. Über betroffene Dienstnehmer wurden ebenfalls keine Angaben gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter werden wir die Gründe dieser Insolvenz sowie die weiteren verfahrensrelevanten Details erheben.“

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtrsanwalt Surena Ettefagh bestellt. Die erste Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 1. Juni 2017 am Landesgericht Feldkirch statt.

(Kurier) Erstellt am
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