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Verhandlungen
10/15/2013

Metaller rüsten auf zum Arbeitskampf

Unternehmer wollen Löhne nur bei Arbeitszeit-Zugeständnissen um zwei Prozent erhöhen.

von Franz Jandrasits, Simone Hoepke

Die Lohnrunde für rund 120.000 Beschäftigte des Fachverbands Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) steuert auf einen handfesten Arbeitskampf bis hin zum Streik zu. Die Arbeitgeber boten in der dritten Verhandlungsrunde zwar eine Erhöhung der Ist-Löhne um zwei Prozent an, wollen aber weder die Mindestlöhne noch Zulagen erhöhen. Und die Erhöhung soll es nur im Gegenzug zu einer umfangreichen Flexibilisierung der Arbeitszeit geben, bei der Überstundenzulagen weitgehend wegfallen sollen.

Die Gewerkschaften Pro-Ge (Metaller) und GPA sind empört. Die Vorgangsweise und das Angebot seien eine Provokation, kritisierten Metaller-Chef Rainer Wimmer und GPA-Chefverhandler Karl Proyer. Verärgert sind sie vor allem über den Arbeitszeitvorstoß. Die Unternehmer fordern ein Zeitkonto, das für eine unbegrenzte Zeit 167 Stunden – also einen ganzen Arbeitsmonat – im Plus oder Minus sein kann. Die Mehrstunden sollen 1:1 in Arbeitszeit ohne Zuschläge abgegolten werden. Das bedeute, so die Arbeitnehmervertreter, dass das Unternehmen dem Mitarbeiter ständig ein ganzes Monatsgehalt für Mehrarbeit schulden kann.

Die Gewerkschaften rüsten daher zum Arbeitskampf. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 22. Oktober werden in zahlreichen Unternehmen Betriebsversammlungen abgehalten. Einen Tag vor dem Verhandlungstermin wird es Großkundgebungen mit Betriebsräten aus mehreren Bundesländern vor den Firmen der zwei Chefverhandler in Hohenems (Vorarlberg) und Wolkersdorf (NÖ) sowie rund um das Unternehmen von FMMI-Obmann Christoph Knill in Weiz geben. Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, sind für die Gewerkschaften Streiks nicht ausgeschlossen.

Knill und Arbeitgeber-Verhandler Veit Schmid-Schmidsfelden sehen ihren Vorschlag als Sicherungskonzept für den Industriestandort, der an Wettbewerbsfähigkeit verliere, was letztlich Arbeitsplätze koste.

Start im Handel

Am Dienstag starteten auch die KV-Verhandlungen für 530.000 Handelsmitarbeiter. Die Positionen liegen weit auseinander. Die Gewerkschaft will mindestens 3 Prozent mehr 1500 Euro (bisher 1400 Euro) Mindestgehalt für Vollzeitbeschäftigte.
Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich auf 2,3 Prozent Inflation als Gesprächsbasis. Am 30. Oktober wird weiter verhandelt.

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