© Roman Boensch/Flughafen Wien AG

Insolvenz
03/12/2015

Luftfahrt: Wartungsfirma Jatec ist pleite

Flughafen Wien klagte offene Miete des Hangars ein, Gläubigern wird 30 Prozent Quote geboten.

von Kid Möchel

Die Jatec Aviation Services GesmbH, ein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Wartung von Business Jets, ist insolvent. Das bestätigen Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform und Alexander Klikovits vom KSV1870 dem KURIER. 42 Jobs wackeln. 188 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.

Das Unternehmen war Teil der Jetalliance-Gruppe um Lukas Lichtner-Hoyer, die eine Reihe von Pleiten hinlegte. Das Management führte nach dem Konkurs der Jetalliance ein Buyout der Servicefirma durch. „Im Dezember 2014 brachen die Aufträge rapide ein“, heißt es im Insolvenzantrag. „Durch die von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise, haben russische und ukrainische Staatsangehörige, sprich Flugzeug-Halter, Probleme mit dem Transfer von Geldern nach Österreich.“ Das führt dazu, dass die Kunden ihre Jets nicht mehr bei der Jatec warten ließen.

Zugleich entpuppte sich ein Urteil des Bezirksgerichts Schwechat vom 5. März 2015 für die Jatec als finanzielle Bruchlandung. Denn: Die Flughafen Wien AG, der Vermieter des Betriebsojekts 235, Hangar 6, setzte sich im Rechtsstreit um die Miete durch. Jatec wurde zur Zahlung von 1,695 Millionen Euro verurteilt. Zugleich muss die Servicefirma das Gebäude räumen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Investor in der Warteschleife

Die Schulden werden mit 4,833 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 2,933 Millionen Euro auf Lieferungen und Leistungen. Das freie Vermögen wird mit 809.000 Euro beziffert, davon entfallen knapp 340.000 auf offene, einbringliche Forderungen.

Den Gläubigern soll im Rahmen eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung 30 Prozent Quote geboten werden. Die finanziellen Mittel dafür sollen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb und von einem Investor kommen. "Mit einem Investor konnte Jatec eine grundsätzliche Übereinstimmung zur Beteiligung erzielen", heißt es im Antrag weiter.

Heuer soll ein Umsatz von 9,336 Millionen angepeilt werden, dem Ausgaben in Höhe von 8,922 Millionen Euro gegenüberstehen. Der monatliche Liquiditätsüberschuss soll laut Planung 34.470 Euro betragen.

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