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Wirtschaft
05/21/2021

Lieferengpass bei Impfstoffen für Katzen, Hunde und Pferde

Corona, der Brexit und ein Haustier-Boom sorgen für Probleme bei den Verfügbarkeiten.

von Anita Kiefer

Lieferengpässe und Produktionsrückstände sind Corona-bedingt an vielen Stellen – etwa im Baubereich – in den vergangenen Monaten aufgetreten. Doch auch wenn es um Vierbeiner geht, gibt es Knappheiten: nämlich jene einiger Impfstoffen für Katzen, Hunde und Pferde.

Arno Edlinger ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Tierarzneimittel in der Wirtschaftskammer Österreich und Chef der Österreich-Niederlassung des veterinärmedizinischen Pharmakonzerns Virbac. Er bestätigt: „Europa ist bei den Herpesimpfstoffen für Pferde komplett leer.“ Zu Jahresbeginn sei auch der Katzenimpfstoff – etwa gegen Katzenseuche – sehr knapp und oft wochenlang nicht lieferbar gewesen. Hier werde sich die Situation auch erst in der Jahresmitte entspannen, schätzt Edlinger.

Die Gründe für den Impfstoffmangel sind vielfältig. Ein Grund ist der Brexit. „Jede Charge eines Impfstoffs wird einzeln in einem Labor der EU freigegeben“ – früher oft in britischen Labors, erklärt Edlinger. Nach dem Brexit musste man auf französische oder deutsche Labore zurückgreifen, die erst mit den Abläufen vertraut werden mussten. Außerdem mussten coronabedingt etwa Qualitätssicherungsteams aufgeteilt werden, was zu weiterer Verzögerung führte. „Dann bricht noch zusätzlich ein Gefriertrockner, der eine lange Lieferzeit hat“, skizziert Edlinger. Aufgrund all dessen sei es in Europa Anfang des Jahres „wirklich schlimm“ gewesen. Hinzu kommt ein Pandemie-bedingter Haustier-Boom in Teilen Europas. Allein bei Virbac wurden im Vorjahr um 20 bis 25 Prozent weniger Impfstoffe produziert.

Herpesausbrüche

Was den Pferdeimpfstoff gegen Herpes angeht, wirkt ein Faktor sehr nachfragetreibend: Herpesausbrüche bei internationalen Turnieren wie Anfang des Jahres. Dazu muss man wissen, dass Herpes eine für Pferde sehr gefährliche Krankheit sein kann und die Impfung nur ab einer gewissen Herdenimmunität wirklich Schutz bietet, wie Matthias Koller, Präsident der Vereinigung Österreichischer Pferdetierärzte, erklärt. Außerdem muss der Impfstoff halbjährlich aufgefrischt werden.

Die Knappheit von Tier-Vakzinen bestätigt auch Andreas Liebhart, Leiter der Anstaltsapotheke der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Man sei aber bisher mit einem blauen Auge davongekommen und habe es immer geschafft, genügend Impfstoff zu besorgen. Aber: „Solche Knappheiten sind in den vergangenen Jahren in der Human- und Veterinärmedizin leider zum Dauerproblem geworden und betreffen alle Arten von Medikamenten.“

Lieferanten

Neben Virbac versorgen in Europa auch noch Intervet bzw. MSD Tiergesundheit, Zeotis und Boehringer Ingelheim die Tierärztinnen und -ärzte sowie Kliniken mit Impfstoffen. Bei der Boehringer in Wien könne man aktuell die Nachfrage nach Hundeimpfstoffen und jenen nach Herpesimpfstoffen bei Pferden bedienen. Aber: „Bei Katzen gibt es keine ausreichenden Mengen bei Impfstoffen zum Schutz vor Katzenschnupfen und Katzenseuche in Österreich“, so ein Sprecher. Dies werde bis Mitte August anhalten.

Bei Intervet bzw. MSD gebe es aktuell keine Knappheit der Katzen-, Hunde- oder Pferdeimpfstoffe in Österreich, allerdings gebe es keine Zulassung für den Herpes-Impfstoff bei Pferden.

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