Stricter corona regulations in Berlin

© EPA / HAYOUNG JEON

Wirtschaft
11/29/2020

Lieferando will die digitale Kantine im Homeoffice werden

Wie der Essenslieferant vom Lockdown profitiert und warum 9 von 10 Bestellungen gar nicht von seinen Fahrern geliefert werden

von Simone Hoepke

Katharina Hauke sitzt in ihrem Büro in Berlin und freut sich, wenn in ihrer Heimatstadt Wien wieder einmal jemand keine Lust zu kochen hat. Und stattdessen bei Lieferando Pizza, Burger oder was Asiatisches bestellt.

Seit Oktober sitzt die gebürtige Floridsdorferin in der Führungsetage des Bestellportals und lenkt die Geschäfte in Deutschland und Österreich. Kein schlechter Einstiegszeitpunkt, schließlich rennt das Geschäft im Lockdown wie geschmiert. Acht von zehn Österreichern lassen sich Essen nach Hause oder ins Büro liefern. Lieferando bringt Angebot und Nachfrage zusammen. Fluch und Segen zugleich, sagen Gastronomen. Einerseits bringt die Plattform Aufträge, andererseits auch Abhängigkeiten.

Fix ist, dass es sich um ein boomendes Geschäft handelt, dominiert von Online-Giganten. Lieferando gehört zur niederländischen Just Eat Takeaway Gruppe, die weltweit allein zwischen Juli und September 151,4 Millionen Bestellungen vermittelt hat (+46 Prozent). Corona und geschlossene Lokale befeuern das Geschäft – auch in Österreich.

Während des ersten Lockdowns vergangenen März haben sich deshalb in Österreich täglich so viele Restaurants bei Lieferando angemeldet wie sonst in einem ganzen Monat, sagt Hauke. Mittlerweile sind auf lieferando.at die Speisekarten von 3.000 Restaurants abrufbar. Und das, obwohl die Provisionen, die Wirte für die Vermittlung von Aufträgen berappen, happig erscheinen.

30 Prozent des Bestellwertes, wenn ein Lieferando-Fahrer die Lieferung übernimmt. Zwölf Prozent, wenn sich der Wirt selbst um die Zustellung kümmert. Die meisten Wirte entscheiden sich für die zweite Variante. Neun von zehn Lieferungen werden hierzulande vom Gastronom selbst organisiert. Dennoch beschäftigt Lieferando rund 1.800 Fahrer, viele davon Studenten auf Teilzeitbasis. „Alle angestellt und versichert“, beteuert Hauke.

Digitale Kantine

Wachstumschancen sieht die 45-Jährige in der Akquise von Firmen, die ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, die Kantine schließen und trotzdem ein Essensangebot bieten wollen. Über Takeaway Pay können die Firmen ihren Beschäftigten ein vom Arbeitgeber bezahltes oder bezuschusstes Essen organisieren. Etwa für virtuelle Mitarbeiterveranstaltungen in Zeiten von Home Office. Hauke: „Wir haben virtuelle Events mit bis zu 2.500 TeilnehmerInnen mit Speisen versorgt, die sich jeder Mitarbeiter selbst aussuchen kann. Die Vielfalt ist also größer als bei klassischen Firmenfeiern.“

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