Borealis

© Kurier / Jeff Mangione

Lokalaugenschein
03/27/2021

Leichtere Autos und langlebigere Rohre

Borealis ist österreichischer Patentkaiser und setzt stark auf Kreislaufwirtschaft

von Martina Salomon

Lokalaugenschein. Einst stand da die Chemie Linz: ein Symbol für Nachkriegsindustrie und schlechte Luft. Heute raucht kein Schlot mehr. Das hochinnovative Nachfolgeunternehmen Borealis, spezialisiert auf Chemie und Materialien mit Hauptsitz in Wien, hat hier sein Forschungszentrum stehen. Und das zahlt sich ganz offensichtlich aus: Die Firma führt mit Abstand die österreichische Patentliste an: 2020 wurden 182 Patente angemeldet. 470 Mitarbeiter aus über 30 Ländern arbeiten hier. Weltweit sind es rund 7.000.Oft sind es ganz praktische Dinge, die an diesem Ort ausgetüftelt werden: der wiederverwertbare Kaffeebecher zum Beispiel.

Oder Rohre, die mit Kunststoff ummantelt, bis zu 100 Jahre halten sollen. Oder die Chipsverpackung, die mit neun Schichten ein hochkomplexes Produkt ist und in Zukunft besser rezyklierbar sein soll. Oder das „intelligente“ Infusionsfläschchen aus Plastik. Oder das Autofrontteil, das nahtlos auf die Karosserie gesetzt wird. Kein Millimeter Spalt wird da akzeptiert.

Am Forschungsstandort stehen riesige Maschinen, an denen Industrieunternehmen gemeinsam mit Borealis Produktideen erproben können. Autos etwa sollen leichter und günstiger werden.

Alleskönner Kunststoff

Kunststoff ist ein Alleskönner, lässt sich von superdünn und soft bis extrahart produzieren. Forscher betrachten mit hochauflösenden Mikroskopen, wie sich Material in verschiedenen Situationen verändert. Rohre zum Beispiel müssen riesige Temperaturunterschiede aushalten. Solarmodule, unter Kunststofffolie verschweißt und damit geglättet, sind effizienter.

Die OMV hat ihren Anteil an Borealis kürzlich um vier Milliarden Euro auf 75 Prozent aufgestockt. Über den hohen Preis gab es heftige Debatten. 25-Prozent-Eigentümer ist die arabische Firma Mubadala. Der Umsatzerlös sank voriges Jahr wegen der Pandemie etwas: auf 6,8 Milliarden Euro.

Alfred Stern ist Absolvent der Montanuni Leoben und seit 2018 Borealis-Chef. Der Steirer mit internationaler Managerkarriere zieht ab April in den OMV-Vorstand ein und könnte längerfristig auch dem obersten OMV-Boss Rainer Seele nachfolgen.

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