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Wirtschaft
03/05/2021

Lehre: 10.000 mehr Lehrstellen als Bewerber

Statistisch gesehen ist Wien das einzige Bundesland, in dem es zu wenige Lehrstellen gibt.

von Simone Hoepke

Der Lehrstellenmarkt ist wie leer gefegt. Nicht erst seit Corona, doch seit Ausbruch der Pandemie in einem höheren Ausmaß. Schuld daran sind nicht die Unternehmer, meint Renate Scheichelbauer-Schuster, Sprecherin der Gewerbe- und Handwerksbetriebe in der Wirtschaftskammer. Von den landesweit rund 100.000 Lehrlingen kommt fast jeder zweite aus ihrer Branche.

„Es fehlen nicht die Lehrstellen, sondern die Bewerber“, sagt die Branchensprecherin. Ende Februar 2021 gab  es um mehr als 10.000 mehr unbesetzte Lehrstellen als Bewerber.

Statistisch gesehen ist Wien das einzige Bundesland, in dem es zu wenige Lehrstellen gibt. Speziell in Oberösterreich und im Westen des Landes haben es Ausbildner traditionell schwer, geeignete Kandidaten zu finden. Scheichelbauer-Schuster appelliert an interessierte Jugendliche: „Bitte bewerbt euch jetzt und wartet nicht bis zum Sommer. Je früher, desto besser ist man vorbereitet.“

Fachkräftemangel

Ein Appell, der nicht von ungefähr kommt. Denn die Unternehmen müssen sich infolge der unbesetzten Stellen auf eine Verschärfung des Fachkräftemangels einstellen. Unternehmen berichten, dass sich die Zahl der Bewerber im vergangenen Jahr halbiert hat. „Es ist oft schwierig bis unmöglich geeignete Lehrlinge zu finden“, sagt Mariana Kühnel, stellvertretende Generalsekretärin in der WKO. Besonders betroffen sind – wie schon in der Vergangenenheit – der Handel und Tourismus.

Eine Verlängerung des Lehrlingsbonus ist derzeit übrigens nicht angedacht, kündigte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck diese Woche an. Es seien rund 50 Mio. Euro ausbezahlt und 25.000 Lehrplätze gesichert worden. Das Problem fehlender Lehrstellen sei ein punktuelles in Wien, in allen anderen Bundesländern gebe es zu wenige Lehrlinge, so die Argumentation.

Um Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen, hat die WKÖ die sogenannten Talentechecks eingeführt, die österreichweit von 70 Prozent der Schulen bzw. der Schüler in der 8. Schulstufe genutzt werden. Im Vorjahr nahmen rund 65.000 Schüler bei den Tests teil.

 

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