Wirtschaft
16.07.2018

Laudamotion und Ryanair rufen Wettbewerbsbehörde an

Die Billig-Airline ist sicher, den Millionenstreit mit der Lufthansa über neun Leasing-Flugzeuge zu gewinnen.

„Das ist ein weiterer Versuch, einen Wettbewerber aus dem Markt zu drängen“, kommentierte am Montag Laudamotion-Chef Andreas Gruber den Streit mit der Lufthansa. Laudamotion habe alle Leasingraten pünktlich und vollständig bezahlt. Die Lufthansa werde vor dem Gerichtsverfahren in England nicht Recht bekommen.

Die Lufthansa kündigte Laudamotion bereits vor zwei Wochen die Leasing-Verträge für neun Airbus-Flugzeuge. Mit der Begründung, die junge Airline sei zum wiederholten Mal bei den Gebühren säumig. Die Lufthansa hatte diese Flugzeuge im Rahmen der Insolvenz von Air Berlin/NIKI gekauft, musste sie aber auf Druck der EU-Kommission an Laudamotion übergeben.

Man habe als neue Airline nicht die Finanzkraft gehabt, die neun Flugzeuge zu kaufen, sondern konnte nur leasen, sagt Gruber. Die Leasing-Verträge mit der Lufthansa laufen auf zwei bis drei Jahre.

Um welchen Betrag sich die beiden Airlines zanken, wollte Gruber nicht beziffern. Die marktüblichen Leasinggebühren belaufen sich pro Maschine auf 200.000 bis 400.000 Euro pro Monat.

Gruber wirf der Lufthansa neuerlich vor, ihrerseits mit Leasing-Gebührten von 1,5 Millionen Euro im Rückstand zu sein. Für Flüge, die Laudamotion im Frühjahr für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings durchführte. Die Lufthansa müsse außerdem noch zwei Flugzeuge an Laudamotion überstellen, die Übergabe verspäte sich.

Laudamotion und Ryanair würden alle rechtlichen Schritte gegen die Lufthansa prüfen, auch eine Schadenersatzklage. Der Streit habe sich bis jetzt nicht auf die Buchungen ausgewirkt, könnte aber Passagiere verunsichern und dem Image schaden. Die Flotte von Laudamotion umfasst 19 Maschinen. Gemeinsam mit Ryanair werde man eine Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde in Brüssel einbringen.

Neue A rbeitsplätze

Laudamotion will in Österreich hinter der Lufthansa-Gruppe die Nummer zwei werden. Die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 450 auf mehr als 500 Beschäftigte gesteigert werden. Insgesamt will die Billig-Airline, die auch viel in Deutschland fliegt, im nächsten Sommer die Belegschaft auf 800 bis 1000 Beschäftigte aufstocken. Für den Winter rechnet Gruber mit 1,8 Millionen Passagieren aus Österreich.

Ab Oktober startet Laudamotion mit dem Winterflugplan zahlreiche Städte-Flügen. Man habe derzeit ausreichend Piloten, doch für die Expansion werden laut Gruber noch 100 Mitarbeiter gesucht. Die nächsten zwei Jahre sind mit Verlusten kalkuliert, ab dem dritten Jahr sollen operativ Gewinne eingeflogen werden.

Ab sofort will Laudamotion jeden Mittwoch eine Destination als "route of the week" mit besonders günstigen Tickets ab 9,99 Euro bewerben.