Facettenreiches Leben: Gernot Langes-Swarovski.

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Nachruf
01/22/2021

Kristall-Erbe, Airline-Gründer, Fußball-Mäzen gestorben

Gernot Langes-Swarovski verlieh dem Konzern Glanz. Der Firmenpatriarch verstarb im Alter von 77 Jahren.

von Simone Hoepke, Christoph Geiler

Das Leben von Gernot Langes-Swarovski war schillernd und facettenreich „Der Gerni“, wie ihn seine Freunde nannten, war 35 Jahre lang die Leitfigur der Tiroler Kristalldynastie. 1974 übernahm der Urenkel des Firmengründers Daniel Swarovski das Ruder im Familienkonzern. Der Kristall-Erbe war aber auch Airline-Gründer, Winzer-König oder Fußball-Mäzen.

Als Marilyn Monroe 1962 für John F. Kennedy in einem mit Swarovski-Steinen besetzten Kleid „Happy Birthday, Mister President“ ins Mikrofon hauchte, war der Familienbetrieb aus dem Tiroler Wattens noch unbekannt. Erst als Firmenpatriarch Gernot Langes-Swarovski das Zepter übernahm, wurde Swarovski zur Kultmarke, deren Wert mit weit mehr als drei Milliarden Euro beziffert wird (laut Österreichischer Marken Wert Studie, Anm.).

Unter der Federführung des Firmenpatriarchen setzte 1976 die kleine Kristall-Maus zum Siegeszug rund um den Globus an und löste bald eine Sammlerleidenschaft aus. Kurz darauf wurde Modeschmuck aus dem Hause Swarovski en vogue. So peppte Pop-Ikone Madonna ihre Sticky & Sweet-Tour 2008 mit Swarovski-Steinen im Wert von 1,25 Millionen Euro auf. Anfang der 1980er-Jahre hat Swarovski den ersten Shop in London eröffnet und seitdem ein Filialnetz mit 3.000 Standorten aufgebaut. Zuletzt lief es nicht mehr so glänzend. Weltweit sollen 750 Läden geschlossen werden, darunter 33 der 102 Standorte in Österreich.

Umtriebig war Gernot Langes-Swarovski aber nicht nur im Familienimperium. 1978 gründete er mit einem Partner die Aircraft Innsbruck, die später als Tyrolean Airlines von der AUA übernommen wurde. Bekannt ist der Paradeunternehmer auch unter Weinkennern. Seit 1989 baute er Weingüter in Argentinien und China auf und wurde auch zum Bio-Bauern. Einen Namen hat er sich aber auch unter den Sportfans gemacht.

Fußball-Fan

Langes hat den Tiroler Fußball im Land über Jahrzehnte maßgeblich geprägt und gefördert. Auch dank seiner Initiative war die Spielgemeinschaft Swarovski Wattens Wacker Innsbruck in den 1970er-Jahren die Nummer 1 im österreichischen Fußball und gewann vier Meistertitel. Später lotste er als Präsident Stars wie Ernst Happel, Bruno Pezzey und Hansi Müller zum neu gegründeten FC Tirol, der es 1987 bis ins UEFA-Cup-Halbfinale schaffte und zwei Mal österreichischer Meister wurde.

Auch nach seinem Rückzug half er dem Tiroler Bundesligisten immer wieder in finanziellen Nöten und verfolgte das Fußballgeschehen in Innsbruck und in Wattens. 2013 übergab er das Präsidentenamt bei der WSG Wattens an seine Tochter Diana, die den Klub von der dritten Liga in die Bundesliga führte.

Auf den Society-Seiten tauchte Langes-Swarovski – im Gegensatz zu seiner Nichte Fiona Swarovski – selten auf. 2002 hat er das Zepter im Konzern seinem Sohn Markus Langes-Swarovski übergeben und zog sich danach sukzessive aus der Öffentlichkeit zurück.

Der Träger des großen Ehrenzeichens der Republik Österreich und des Ehrenrings des Landes Tirol starb am Donnerstag nach langer Krankheit im engsten Familienkreis. Im Oktober hatte er seinen 77. Geburtstag gefeiert.

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