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Wirtschaft
12/02/2019

Klimawandel: Stirbt unser Wald?

Wegen der niedrigen Holzpreise rentiert sich das Aufforsten zerstörter Waldflächen nicht mehr.

von Andreas Anzenberger

Mit den Holzpreisen geht es konsequent bergab. Derzeit kostet ein Festmeter (rund ein Kubikmeter) etwa so viel wie vor zehn Jahren. 2014 haben die Waldbesitzer für einen Festmeter Sägerundholz immerhin noch 100 Euro bekommen. Derzeit sind es etwa 65 Euro (ohne Steuern). Die Holzpreise können zwar regional unterschiedlich sein, weil die Sägewerke ein begrenztes Einzugsgebiet für Holzlieferungen haben. Es gibt aber keine Anzeichen für eine Trendumkehr.

Billiges Schadholz

Die Ursache für den massiven Preisverfall sind die großen Mengen an preisgünstigem Schadholz. 2014 wurden allein in Niederösterreich etwa 113.000 Festmeter Holz vom Borkenkäfer befallen. Im Vorjahr waren es bereits 2,1 Millionen Festmeter. Die Schätzungen für heuer belaufen sich auf 2,5 bis drei Millionen Festmeter. Besonders betroffen sind Fichtenwälder nördlich der Donau. Die Fichte ist sehr beliebt. Fast das gesamte Bauholz ist Fichtenholz.

Österreichweit belaufen sich die Schäden gemäß dem Bundesforschungszentrum für Wald heuer auf 5,2 Millionen Festmeter. Zum Vergleich: Die gesamte Erntemenge betrug im vergangenen Jahr 19,2 Millionen Festmeter.

Der Grund für den massiven Schadholzuwachs ist der Klimawandel. Extreme Wetterereignisse wie lange Trocken- und Hitzeperioden oder Stürme sind häufiger geworden. Das führt zu Windbruch und erleichtert den Schädlingsbefall. Neu ist: Borkenkäfer befallen nicht mehr nur vom Wind gefällte Bäume. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich die Lage in naher Zukunft bessern wird.