KI: Unternehmen sehen zunehmend Chancen, kleine Firmen zögerlich
Künstliche Intelligenz (KI) hat in vielen österreichischen Betrieben Einzug gehalten. Auch die Einstellung zu der Technologie hat sich bei heimischen Firmen in den vergangenen beiden Jahren deutlich verbessert. Mehr als die Hälfte der Firmen setzt KI bereits ein oder testet sie. Vor zwei Jahren waren es noch 34 Prozent. 57 Prozent der Unternehmen beurteilen KI positiv und sehen im Einsatz Chancen, wie eine von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage ergeben hat, für die mehr als 500 Betriebe befragt wurden.
Vor allem kleinere Unternehmen, denen die Technologie viele Chancen bieten würde, warten aber mit dem Einsatz zu. Die Tools seien deutlich besser geworden. Die Firmen sehen, dass KI einen unternehmerischen Nutzen bringt, sagt Gerhard Laga, der bei der WKO IKT-Themen behandelt. Bis das auch zu kleinen Unternehmen durchsickert, dauert es aber.
Es gibt auch viel Skepsis, vor allem bei rechtlichen Fragen und dem Datenschutz. Aber auch beim Wissen über die Technologie gibt es Luft nach oben. Fehlende Kompetenz wird von einem Viertel der Firmen als Hürde genannt. Bei mehr als einem Viertel der Betriebe gibt es auch Vorbehalte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Einsatz in Verwaltung und Marketing
Eingesetzt wird KI vor allem in der Administration, im Marketing und der Kundenbindung, etwa über Social Media, sowie im Rechnungswesen. Große Erwartungen haben die Firmen an KI in der Cybersicherheit.
Am häufigsten genutzt wird mit großem Abstand
- ChatGPT (80 Prozent),
- vor Google Gemini (35 Prozent) und dem
- Microsoft Copilot (29 Prozent). Aber auch
- Übersetzungstools und
- KI-Bildgeneratoren
finden bei den Firmen Anklang.
Kosteneinsparungen im Fokus.
Sie versprechen sich durch den Einsatz der Tools vor allem Kosteneinsparungen, die Vereinfachung von Arbeitsabläufen und Produktivitätsgewinne. Immerhin 62 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen, gaben an, mit dem Einsatz KI-basierter Anwendungen bereits Erfolge erzielt zu haben.
Chancen gebe es auch bei der Bewältigung bürokratischer Aufgaben, sagt Laga: „Unternehmen haben mehr Zeit, ihr Geschäft zu machen, die KI kann bei internen Prozessen helfen.“
„Schatten-KI“
In kleinen Firmen seien es häufig Mitarbeiter, die KI in Unternehmen bringen. Sie verwenden die Technologie privat und versuchen sie dann auch bei der Arbeit einzusetzen. Eine solche Schatten-KI gebe es laut Untersuchungen in rund der Hälfte der Unternehmen. Laga sieht Aufklärungsbedarf. Denn wenn es Probleme gebe, sei die Unternehmensleitung verantwortlich. „Das haben viele nicht am Schirm.“ Er rät, gemeinsam mit den Mitarbeitern eine Strategie zu erarbeiten, wie KI im Betrieb eingesetzt werden soll und wofür.
Information auf YouTube
Am häufigsten informieren sich Firmen über KI nicht über klassische Informations- und Serviceangebote, etwa Schulungen, sondern auf YouTube. Auf die KI-Servicestelle der RTR, die auch einen Chatbot zur Regulierung in der EU betreibt, greifen nur 4 Prozent zu. Auch die Wirtschaftskammer hat laut der Umfrage bei der Beratung zu dem Thema an Bedeutung verloren.
Laga führt das auch auf die KI zurück. Viele Firmen würden sich im Web über die Technologie informieren. Für die Kammer stellen sich dabei ähnliche Probleme, wie auch bei Medien. Die Serviceangebote der Kammer fließen zwar in die Antworten ein, allerdings durch die KI zusammengefasst. „Wir sind dann erst der zweite Klick“, sagt Laga. Dass das Interesse der Firmen an dem Thema gegeben sei, sehe man aber bei den Zugriffen auf der Website und auch bei Veranstaltungen.
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