Studie: Was Firmen der Einsatz von KI tatsächlich bringt
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Geschäftserfolg von Unternehmen und dem Einsatz digitaler Technologien? Diese Frage hat das Economica Institut im Auftrag der Unternehmensberater von Accenture untersucht.
Der Zusammenhang zwischen Digitalisierungsgrad und Geschäftserfolg sei nachweisbar, sagte Accenture-Österreich-Chef Michael Zettel am Dienstag bei der Präsentation der Ergebnisse. Beim Umsatz, bei der Produktivität und bei den Beschäftigungszahlen.
Das Umsatzwachstum sei über die vergangenen fünf Jahre gerechnet bei Unternehmen mit dem höchsten digitalen Reifegrad im Schnitt um 6,2 Prozent höher. Laut der Erhebung ist auch die Produktivität um rund 6 Prozent gestiegen und auch das Beschäftigungswachstum fiel um 1,2 Prozent höher aus.
Mehr "digitale Champions"
Die Zahl der "digitalen Champions", die Prozesse weitgehend automatisiert haben und auch KI umfassend einsetzen, ist in den vergangenen Jahren von 2 bis 3 auf 5 Prozent der heimischen Unternehmen gestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der digitalen Nachzügler laut der Erhebung abgenommen. Von 73 Prozent im Jahr 2021 auf 65 Prozent im Jahr 2025.
Beim Einsatz von KI seien Unternehmen bei internen Prozessen, etwa in der Verwaltung oder in der Produktion, am weitesten voran. Beim Vertrieb und bei der Außenkommunikation seien viele noch zurückhaltend, sagt der Ökonom Christian Helmenstein vom Economica Institut.
Abstand vergrößert sich
Unternehmen, die KI und andere digitale Technologien bereits weitflächig einsetzen, greifen innovative Technologien auch schneller auf. Der Abstand zu jenen, die das nicht tun, vergrößere sich, sagt Helmenstein. Der Produktivitätsfortschritt sei oft qualitativ. Auch die Fehleranfälligkeit verringere sich. "Unternehmen werden wettbewerbsfähiger", sagt der Ökonom.
Die Unternehmensgröße spielt beim Einsatz der Technologie keine Rolle. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) seien die Potenziale größer, weil große Unternehmen schon weiter seien, so Helmenstein.
Im Europavergleich im vorderen Feld
Im internationalen Vergleich sind heimische Unternehmen beim Einsatz von KI mit einem Anteil von 30 Prozent im vorderen Feld. Der EU-Schnitt liegt bei 20 Prozent. Verbreiteter ist KI in Firmen etwa in Dänemark (42 Prozent), Finnland (38 Prozent), Schweden und Belgien (jeweils 35 Prozent).
Mitarbeiter könnten mithilfe von KI die eigene Arbeitskraft um ein Drittel steigern, sagt Accenture-Österreich-Forschungsleiter Philipp Krabb. Aktuell liege der Wert im Schnitt bei 16 Prozent, was 1,25 Stunden pro Arbeitstag entspreche.
Wo Arbeitsplätze geschaffen werden
Der durch die Studie ausgewiesene Beschäftigungszuwachs von durchschnittlich 1,2 Prozent bei KI-affinen Unternehmen dürfte laut Helmenstein weniger in den Bereichen stattfinden, in denen die Technologie besonders stark zum Einsatz kommt, also etwa der Verwaltung. Zuwächse vermutet der Ökonom eher im Vertrieb und der Produktion. Detailliert abgefragt wurde die Thematik bei den Unternehmen allerdings nicht.
Für rund 40 Prozent der Firmen zahlt sich der Einsatz der Technologie laut Accenture-Forscher Krabb bereits aus. Sie verzeichnen bereits positive Rückflüsse aus Investitionen in die Technologie, bei 38 Prozent ist das Verhältnis laut der Erhebung ausgeglichen.
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