© APA/dpa/Holger Hollemann

Landwirtschaft
10/22/2020

Kartoffel-Ernte: Bauern unter Preisdruck

Vor allem bei Speiseerdäpfel gibt es wegen der guten Ernte ein Absatzproblem.

von Andreas Anzenberger, Ingrid Steiner-Gashi

Die heimischen Kartoffel-Bauern werden heuer eine gute Ernte einfahren. Doch das bedeutet nicht notwendigerweise eine gute Nachricht. In Österreich haben die höheren Produktionsmengen direkte Auswirkungen. „Die Preise sind heuer deutlich niedriger“, berichtet Anita Kamptner, Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.

Wobei nicht alle Kartoffelbauern in gleichem Ausmaß betroffen sind. Wer Industriekartoffeln angebaut hat, ist im Vorteil. Die Bauern haben nämlich mit den Verarbeitern von Industriekartoffeln bereits im Vorjahr Lieferverträge mit fixen Preisen abgeschlossen. Bis zu den vereinbarten Liefermengen werden die vertraglich fixierten Preise ausbezahlt. Die Mehrproduktion kann allerdings laut Kamptner nur mit „massiven Preisabschlägen“ verkauft werden.

Industriekartoffeln werden für die Lebensmittelproduktion verwendet und etwa zu Pommes Frites für McDonald’s verarbeitet. Der größte Pommes-Produzent in Österreich ist Lamb Weston in der Nähe von Hollabrunn. Der zweite Verwendungszweck ist die Herstellung von Stärke, die auch in der Lebensmittelproduktion etwa für Suppen oder Soßen gebraucht wird.

Schlechtere Verträge

Kamptner befürchtet, dass es bei den Verträgen für das kommende Jahr generell zu deutlichen Preisabschlägen bei Industriekartoffeln kommen wird.

Die Produzenten von Speisekartoffeln, die für Bratkartoffeln oder Salate verwendet werden, haben oft keine Lieferverträge abgeschlossen. Daher sind sie von den Preissenkungen besonders stark betroffen. Die Gastronomieschließung hat den Absatz deutlich einbrechen lassen. Die Preise sind zwischen 60 und 75 Prozent gesunken. Dazu kommt, dass es heuer nur sehr große Kartoffeln gibt, die sich im Lebensmitteleinzelhandel schlecht verkaufen.

Insgesamt beträgt die Kartoffelproduktion in Österreich, abhängig von jährlichen Schwankungen, etwa 700.000 Tonnen.

Auch in anderen EU-Ländern gibt es Probleme. Vor der Corona-Krise wurden vor allem in Belgien, Holland und Norddeutschland große Mengen an Pommes Frites produziert. Die Tiefkühlware wurde per Schiff an Länder außerhalb der EU verkauft. Die Exporte sind eingebrochen.

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