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Wirtschaft Karriere
11/26/2021

Studie: Wer nutzt betriebliche Weiterbildung und warum?

Eine OECD-Studie zeigt: Betriebe verfolgen keine langfristige Weiterbildungsplanung, es regiert "Learning by doing", zudem hängt die Möglichkeit von der Position im Betrieb ab.

Ausbildungen haben heute eine kurze Halbwertszeit. Betriebliche Weiterbildungen helfen, mit seinem Wissenstand am Ball zu bleiben und beruflich voranzukommen. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise gewinnen Um- und Weiterbildungen an Bedeutung.

Für Erwachsene sind Unternehmen die wichtigsten Bereitsteller für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Tatsächlich ist aber wenig darüber bekannt, wie die Maßnahmen in Unternehmen genau umgesetzt werden.

Eine aktuelle OECD-Studie nahm sich dieser blinden Flecken an und untersuchte Weiterbildungsangebote in Firmen in Österreich, Estland, Frankreich, Irland und Italien. Die KMU Forschung Austria war für die österreichischen Fallstudien verantwortlich.

Gründe für Weiterbildungsangebote

In der Befragung werden “der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, „die Notwendigkeit, am neuesten Stand der Technik zu bleiben“ oder auch „die Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ als zentrale Motive genannt.

Ein weiterer Grund  sind gesetzliche Verpflichtungen in Bezug auf Gesundheits-, Sicherheits- und Schutzmaßnahmen,

Dass Weiterbildung dennoch manchmal zu kurz kommt, liegt häufig an fehlenden Ressourcen: Mangelnde zeitliche und finanzielle Mittel zählen zu den wichtigsten Barrieren für Weiterbildungsaktivitäten in heimischen Unternehmen.

"Learning by doing"

Vom Sprachkurs über die Buchhaltungsschulung bis hin zum mehrwöchigen Maschinentraining – Weiterbildung in Unternehmen findet auf vielfältige Weise statt.

Neben formalen Kursen findet man in heimischen Unternehmen ein breites Spektrum an informellen Lernmöglichkeiten, etwa „Learning by doing“ oder „regelmäßigen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen“. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass mehr als 70 Prozebnt der gesamten Lernzeit in Unternehmen auf informelles Lernen entfällt.

Keine langfristige Planung

Die Ergebnisse für Österreich zeigen, dass Unternehmen oft keine langfristige Weiterbildungsstrategie verfolgen, sondern anlassbezogen betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen setzen.

Dabei sind Mitarbeitergespräche ein wichtiges Format für die Entscheidung zu Weiterbildungsaktivitäten. „Entweder schlägt der oder die Vorgesetzte konkrete Maßnahmen vor, oder die Mitarbeitenden kommen mit Weiterbildungswünschen auf die Vorgesetzten zu“, fasst Karin Petzlberger von der KMU Forschung Austria die gängige Vorgehensweise zusammen.

Ungleiche Verteilung

Der Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen hängt den befragten Unternehmen zufolge in erster Linie von der Position innerhalb des Unternehmens ab. Beschäftigte in den Bereichen Vertrieb, Personalwesen, Administration, Management, etc. nehmen tendenziell häufiger an Weiterbildung teil als in der Produktion beschäftigte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Laut Unternehmen ist dies darauf zurückzuführen, dass in den erstgenannten Positionen generell mehr Fortbildung benötigt wird und diese größere Wirkung hat – etwa in Hinblick auf die langfristige Rentabilität des Unternehmens.

Rückgang aufgrund der Covid-19-Krise

In Zusammenhang mit der Corona-Krise gingen die Ausbildungsaktivitäten von Unternehmen zurück. Laut Europäischer Arbeitskräfteerhebung nahmen im Jahr 2020 9,5 Prozent der erwerbstätigen Erwachsenen in der EU-27 an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teit. gegenüber 11,4 Prozent im Jahr 2019.

Zu den Gründen zählten u.a. die Eindämmungsmaßnahmen, durch welche (Präsenz-)Schulungen von Gruppen oder auch Einzelpersonen nicht mehr möglich waren. Auch führten geringere Umsätze zu Sparmaßnahmen und Kürzungen von Weiterbildungsmitteln.

Ungleiche Zeit-Ressourcen

In einigen (systemrelevanten) Branchen war die Auslastung wiederum höher als gewöhnlich, sodass den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weniger Zeit für Aus- und Weiterbildung zur Verfügung stand.

Aufgrund einer geringeren Auslastung, sowie Einsparung von Pendelzeiten durch Homeoffice hatten die Beschäftigten in einigen Branchen demgegenüber mehr Zeit um an Fortbildungen teilzunehmen. Auch wurden flexible Zeitpläne von online-Schulungen als erleichternder Faktor für mehr Weiterbildung in Unternehmen gesehen.

„Viele Betriebe sahen durch die Pandemie auch einen dringlicheren Bedarf, wettbewerbsfähig zu bleiben und haben darum verstärkt auf Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt.“ erklärt Karin Petzlberger von der KMU Forschung Austria.

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