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Wirtschaft Karriere
08/29/2021

Medizinstudium im Turbotempo: Junge Ärztin erzählt, wie sie es geschafft hat

Veronika Pallinger (24) galt bei Antritt ihrer Turnusausbildung als jüngste Ärztin Oberösterreichs. Wie sie das Studium so schnell absolviert hat? Mit Selbstdisziplin und der Neugier nach Neuem.

von Theresa Kopper

Wenn ich groß bin, werde ich neben Tiefseetaucherin auch Notarzthubschrauberpilotin – das wusste Veronika Pallinger schon damals im Kindergarten. Heute, rund 20 Jahre später, geht die Niederösterreicherin zwar nicht auf Tauchgang oder steuert einen Hubschrauber, mit 24 Jahren gilt sie dafür aber als eine der jüngsten Ärztinnen Österreichs. „Pilotin wäre sich aufgrund meiner Sehschwäche von vier Dioptrien sowieso nicht ausgegangen“, sagt Pallinger und lacht. „Aber meine Tätigkeit als Ärztin macht mir mindestens genauso viel Freude.“

Ein Sprung ins kalte Wasser

Im August 2020 hat sie ihren Turnusplatz am Klinikum Wels-Grieskirchen, mit  23 Jahren damals als jüngste Ärztin Oberösterreichs, angetreten. Und das, obwohl sie als ihren künftigen Arbeitsplatz eigentlich schon Linz gewählt hatte. „Wie es der Zufall beziehungsweise Corona wollte, hat es mich dann aber nach Wels verschlagen, wo auf meine Bewerbung mit so viel Freundlichkeit und Interesse geantwortet wurde, dass ich das Angebot nicht ausschlagen konnte.“

Und so begann sie ihre Turnusausbildung im Klinikum mitten in der Pandemie.  „Das war sicher nicht ganz einfach, ein Sprung ins kalte Wasser vom Zehn-Meter-Turm sozusagen.“ Dennoch hätte es viele Bemühungen gegeben, auf die neuen Jungen im Haus nicht zu vergessen. „Die Unterstützung vom gesamten Team war wirklich groß. KollegInnen standen mir jederzeit für Fragen zu Verfügung, auch telefonisch und auch wenn sie gerade nicht im Dienst waren. Gerade in der Anfangszeit war das schon sehr beruhigend“, erinnert sich Pallinger zurück.

Heute möchte sie diese Unterstützung auch an andere Jungmediziner weitergeben. „Ich bin deshalb der Turnusärztevertretung beigetreten und möchte dazu beitragen, den neuen Turnusärzten dasselbe Gefühl der Zugehörigkeit zu geben, welche ich in Krisenzeiten erfahren habe“, beschreibt sie ihren Antrieb.

"Ich mache keine halben Sachen"

Apropos Antrieb: Was treibt eine junge Studentin an, ihre Studienzeit so gering wie möglich zu halten? Sie sei schon immer sehr strebsam und ehrgeizig gewesen. „Und  familiär bin ich etwas vorbelastet“, so Pallinger, deren Mutter ebenfalls Medizinerin ist und deren Vater bei einer Pharmafirma arbeitete. Motivation für ihr Turbostudium war aber auch der finanzielle Gedanke. „Ich habe auf einer Privatuniversität studiert. Für mich war deshalb von Anfang an klar, das Studium so schnell wie möglich durchzuziehen, auch um die finanzielle Belastung für meine Eltern so gering wie möglich zu halten. Und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann mache ich eben keine halben Sachen“, sagt die junge Ärztin, die zudem Leistungssportlerin im Taekwondo ist. „Ich habe dort früh gelernt, was es heißt, diszipliniert zu sein. Das ist etwas, das mit jetzt in vielen Lebensbereichen zu Gute kommt.“

Künftiger Arbeitsplatz: Lungenstation

Etwa auch bei ihrer Turnusausbildung. Nach einem Jahr hat sie bereits zahlreiche Stationen am Klinikum Wels-Grieskirchen kennengelernt: Auf den Start in der Chirurgie folgte der Wechsel auf die Coronastation, der weitere Weg führte sie über die innere Medizin hin zur Lungenstation, wo sie aktuell tätig ist. Ihr junges Alter bleibt  auch von den Patienten nicht unbemerkt. „In der Wahrnehmung der Patienten wird die Qualität des Arztes natürlich an seine Erfahrung geknüpft. Manchmal kann mein junges Alter daher die Kommunikation etwas erschweren. Gleichzeitig bekomme ich aber auch oft positive Rückmeldungen über das, was ich bereits erreicht habe.“

Den Turnus übrigens wird Pallinger in rund zwei Jahren abgeschlossen haben. Und dann? „Ich möchte danach unbedingt wieder auf der Lungenabteilung arbeiten. Das Team dort ist unglaublich gut und für mich immer wieder eine Freude in die Arbeit zu kommen.“     

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