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Uni-Statistik
03/27/2013

Immer mehr Studenten aus dem Ausland

Jeder fünfte Student kommt bereits aus dem Ausland - vor allem wegen deutschen Zuzugs.

Im Wintersemester 2000/2001 waren es 31.000, zehn Jahre später bereits etwa 65.000: Immer mehr Studierende kommen nicht aus Österreich - die Zahl der ausländischen Studenten hat sich an den österreichischen Hochschulen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das zeigt eine Sonderauswertung des Instituts für Höhere Studien (IHS). Damit ist in etwa jeder fünfte Student in Österreich Ausländer - im internationalen Vergleich eine sehr hohe Zahl, die nur von Zypern übertroffen wird.

Vor allem Deutsche

Besonders hoch ist der Anteil ausländischer Studenten an den Kunstunis (47 Prozent), während er an wissenschaftlichen Unis im Durchschnitt und an PH (sechs Prozent) und FH (13 Prozent) deutlich darunter liegt. Der Großteil der Ausländer an den Unis stammt aus Deutschland (38 Prozent), elf Prozent aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, neun Prozent aus Südtirol und fünf Prozent aus der Türkei. 17 Prozent haben den Pass eines anderen osteuropäischen Landes, neun Prozent kommen aus westeuropäischen Ländern und elf Prozent aus Staaten außerhalb Europas. Für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zeigt der hohe Anteil ausländischer Studenten, dass "die heimischen Hochschulen attraktiv sind", hieß es in einer Aussendung.

Ausländische Studenten brechen im Vergleich zu ihren österreichischen Kollegen ihr Studium deutlich häufiger ab. Dabei zeigen sich allerdings Unterschiede nach Herkunftsregionen: Südtiroler und Deutsche zählen etwa zu den "erfolgreichsten" ausländischen Studenten in Österreich. Zum Teil liege das daran, dass viele an eine andere (ausländische) Hochschule wechseln, womit sie in Österreich als Drop-Out zählen. Dazu zählen etwa sogenannte Free Mover, das sind Studenten, die außerhalb eines regulären Austauschprogramms ein Auslandssemester bzw. -jahr in Österreich absolvieren.

Ausländer mit weniger Budget

Für weitere Auswertungen wird in der Sozialerhebung nicht die Staatsbürgerschaft herangezogen, sondern der Ort des Erwerbs der Studienberechtigung: Bildungsinländer haben demnach ihre Matura in Österreich abgelegt, Bildungsausländer ihren äquivalenten Abschluss im Ausland erworben. Demnach kommen internationale Studierende häufiger aus Akademikerfamilien, gehen während des Semesters seltener einer Erwerbstätigkeit nach und haben demzufolge auch ein um rund 120 Euro niedrigeres Grundbudget zur Verfügung als Bildungsinländer (1.020 gegenüber 900 Euro pro Monat).

Deutsche Studenten sind überdurchschnittlich häufig in naturwissenschaftlichen Studien, vor allem Psychologie, sowie medizinischen Fächern eingeschrieben. Südtiroler studieren überdurchschnittlich oft Lehramtsstudien und technische Fächer, Personen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sind ebenfalls häufig in technischen sowie in sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen sowie in künstlerischen Fächern inskribiert. Türken studieren vor allem Technik, Osteuropäer Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Kunst und Westeuropäer Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Kunst. Studenten aus Ländern außerhalb Europas zieht es in Österreich vor allem in die Technik, Kunst und die Theologie.

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