Kapsch TrafficCom erhielt den Zuschlag.

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Technologie
06/11/2014

Kapsch TrafficCom will Stadtverkehr steuern

Im Vorjahr verschlechterten Altlasten und Hindernisse die Bilanz des Mautsystem-Spezialisten.

von Kid Möchel

Der börsennotierte Wiener Mautsystem-Spezialist Kapsch TrafficCom (3300 Mitarbeiter) kämpfte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/’14 (Stichtag: 31. März) mit Altlasten und Hindernissen. So verzögerte sich die Inbetriebnahme des elektronischen Straßen-Mautsystems in Südafrika massiv, die gewonnene Ausschreibung in Slowenien wurde annulliert und bei Ausschreibungen in Ungarn und Belgien ging man leer aus. Dazu kamen relativ hohe Währungsverluste. Folglich stagnierte der Umsatz auf 487 Millionen Euro und der Gewinn sank um rund 80 Prozent auf 2,9 Millionen Euro. Das operative Geschäft blieb aber positiv. Das Betriebsergebnis wurde sogar um 23 Prozent auf mehr als 20 Millionen Euro verbessert.

Geht es nach Firmenchef Georg Kapsch soll heuer die Dividende gestrichen, und stattdessen weiter in das Unternehmen investiert werden. Denn: Die Kapsch TrafficCom AG stellt ihr Geschäft für die Zukunft breiter auf.

Neben Mautsystemen für Autobahnen bietet Kapsch nun weltweit automatisierte Systeme für die Verkehrssteuerung in Großstädten an, Parksysteme inklusive. Auf die sogenannten Traffic Management Systeme ist die US-Firma Transdyn spezialisiert, die Anfang 2014 von Kapsch übernommen wurde. Sie kontrolliert etwa fast alle Verkehrszugänge in New York.

Mehr Wachstum

"Der Mautmarkt ist zu klein für das Wachstum, das wir wollen", sagt Kapsch. "Wir gehen den Schritt in die Städte, weil wir dort ein sehr großes Potenzial sehen, da es mehr Städte als Autobahnen gibt." Künftig will er seine Maut- und Verkehrssteuerungs-Systeme im Kombipack anbieten. Das führe auch bei den Kunden zu Einsparungen. Dabei hat Kapsch nicht nur Nordamerika, sondern auch Südost-Asien (Jakarta, Singapur) im Fokus.

Zugleich rechnet der Konzernchef mit der Ausschreibung eines landesweiten Mautsystems in Russland und mit der Erweiterung jener Maut-Projekte in Polen und Weißrussland, die Kapsch aufgebaut hat. "Ich denke, wir sind wieder auf dem Weg nach oben, unser Geschäftsmodell kann man aber nur langfristig betrachten", sagt Kapsch. "Unser Ziel ist nicht ein Umsatz von 500 Millionen Euro, sondern wesentlich mehr."

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