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Wirtschaft
12/06/2021

Kapsch TrafficCom erwartet Schub durch Ökologie und Digitalisierung

Als besondere Herausforderung sieht Kapsch den Fachkräftemangel.

Der Wiener Mauttechnik-und Telematik-Anbieter KapschTrafficCom sieht angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Ökologisierung des Verkehrs sowie der leeren Staatskassen einen kräftigen Schub für das eigene Geschäft. Während in Österreich die Straßeninfrastruktur großteils gut sei hätten, viele andere Staaten einen hohen Investitionsbedarf. Diese Länder würden versuchen, die Finanzierung auf neue Beine zu stellen.

"Wir sind Teil der Green Economy und tragen zur Verkehrsentlastung in Städten und auf den Autobahnen bei", so Firmenchef Georg Kapsch zur APA. Verhaltensveränderungen seien durch Überzeugungsarbeit und monetäre Anreize herbeiführbar - und eine Möglichkeit dazu sei beispielsweise eine frequenzabhängige Bemautung. Es gehe nicht nur um die Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes, es gehe auch um die Feinstaubbelastung durch Reifenabrieb.

Weitere konkrete Pläne am Kapitalmarkt hat das börsenotierte Wiener Familienunternehmen nicht, der Wachstumskurs soll primär organisch erfolgen. "Wir haben in den letzten Jahren viele Unternehmen gekauft, jetzt müssen wir einmal alles integrieren und das Produktportfolio bereinigen. Wir gehen sehr stark in die Softwareentwicklung, das Handling von Daten, dort liegt die Zukunft", so Kapsch.

Nach wie vor schwierig sei die Lage bei den globalen Lieferketten, das spüre auch Kapsch. Hier wären oft entschlossenere und schnellere Maßnahmen der Regierenden vonnöten.

Als besondere Herausforderung sieht Kapsch den Fachkräftemangel. "Das ist eine Katastrophe, wir können vieles nicht machen, weil uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen", so der ehemalige Präsident der Industriellenvereinigung. Als großes Defizit führt er den geringen Frauenanteil in Technikberufen an. Hier könne sich Österreich ein Beispiel an Spanien nehmen. Er fordere seit Jahrzehnten eine grundsätzliche Neuausrichtung der Bildungspolitik, beginnend schon in der Elementarpädagogik. "In der Pflichtschule verlieren wir viel zu viele", kritisiert Kapsch. Ganz großes Lob findet er hingegen für die Einführung der Fachhochschulen.

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