© APA/dpa/Peter Kneffel

Wirtschaft
11/27/2019

Junge Spender bei Bettlern großzügiger als Ältere

Laut einer aktuellen Umfrage sind junge Menschen eifrigere Spender, als manche denken würden.

von Thomas Pressberger

Das Thema Spenden wird meist mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Eine aktuelle Studie zeigt aber, dass auch Junge eifrig geben, in manchen Fällen sogar mehr als Ältere. Demnach stecken 38 Prozent der Jungen Bettlern und Obdachlosen Geld zu, von den Erwachsenen machen das nur 28 Prozent, hat das Online-Marktforschungsunternehmen Marketagent.com im Auftrag des Fundraising Verbands Austria (FVA) herausgefunden.

Kein Geld

Das Motiv: Junge können sich oft besser mit der Situation, kein oder wenig Geld zu haben, identifizieren und helfen nach Möglichkeit eher. Ältere betrachten das oft distanzierter und meinen, die Bedürftigen sollten ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Sie spenden lieber an etablierte Organisationen.

Das Spendenverhalten der Jungen unterscheidet sich aber noch in mehreren Punkten von jenem der Älteren. „Junge engagieren sich oft lieber in Projekten als in Organisationen und sammeln gemeinsam mit Freunden Geld“, sagt Günther Lutschinger, Geschäftsführer des FVA.

Spenden statt Geschenke

Dies würde meist über soziale Medien, Online-Plattformen und Spende-Apps abgewickelt werden. Zum Beispiel bitten manche auf Facebook, von Geburtstagsgeschenken abzusehen und stattdessen für soziale Projekte zu spenden. Das Engagement ist oft kurzfristig. „Junge sind schnell und hoch motivierbar, der Großteil bindet sich aber nicht über längere Zeit“, sagt Lutschinger. Das sei bei der Flüchtlingsbewegung 2015/’16 zu sehen gewesen, als Junge viele Sach- und Zeitspenden erbrachten.

Rekordjahr

Großen Einsatz gibt es aber auch bei den ganz Jungen, den Sternsingern, im Rahmen der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar. In den vergangenen 65 Jahren haben sie 450 Millionen Euro eingesammelt, sagt Jakob Maierhofer-Wieser, Geschäftsführer der Dreikönigsaktion. Die Kinder und die begleitenden Erwachsenen würden dabei gerne einen Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten leisten. Sie würden damit jährlich einer Million bedürftiger Menschen helfen.

Laut aktuellem Spendenbericht haben die Österreicher 2019 eine Rekordsumme von 700 Millionen Euro gespendet, um 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Am stärksten profitiert davon haben Kinder, Tiere und Menschen, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

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