© Kurier/Franz Gruber

Wirtschaft
11/27/2021

IV-Präsident Knill: „Haben gezeigt, dass wir Pandemie können“

Wichtig sei jetzt, dass die Industrie ungestört weiterproduzieren könne und dass die Impfquote steige.

von Thomas Pressberger

Die neue Variante des Coronavirus aus Südafrika bereiten der heimischen Wirtschaft zwar Sorgen, Grund zur Panik wird derzeit aber noch keiner gesehen.

Die österreichische Industrie hat trotz des vierten Lockdowns bis dato kaum Hindernisse. Entscheidend ist aber, dass das so bleibt, sagt Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV): „Wichtig ist, dass die Produktion ungestört weiterlaufen kann“. Die Unternehmen hätten in den vergangenen 20 Monaten bewiesen, dass sie die Gesundheit der Mitarbeiter schützen und die Versorgung Österreichs gewährleisten könne.

„Wir haben derzeit weltweit eine gute Konjunktur, an der Österreich weiterhin teilnehmen muss“, sagt Knill. Die Auftragsbücher seien voll, Probleme gebe es allerdings beim Warentransport, mit den Lieferketten und mit hohen Preisen. Homeoffice werde weiterhin in Absprache mit den Mitarbeitern in Anspruch genommen.

Nachhaltige Lösung

„Wichtig ist auch, dass wir weiterhin reisen können, und dass Mitarbeiter reinpendeln können“, sagt Knill. Die Industrie habe durch die vergangenen Lockdowns Erfahrungen gesammelt und gezeigt, „dass wir Pandemie können“. Wenn die Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe weiterhin bestehen bleiben, dann sollte es seiner Einschätzung nach zu keinen größeren Schäden kommen.

Nach dem vierten Lockdown müsse es aber zu einer nachhaltigeren Lösung im Corona-Management kommen, sagt der IV-Präsident: „Die Lockdowns strapazieren die Gesellschaft. Es sind sehr viel Emotionen dabei, und wir müssen wieder mehr zu den Fakten zurückkehren.“ Es handle sich um ein naturwissenschaftliches Thema, und die Impfung sei eine Lösung für die Pandemie.

Deshalb appelliere er an alle, sich impfen zu lassen bzw. sich den Booster zu holen. „Das muss man jetzt stark kampagnisieren“, sagt Knill. Die Mythen, die derzeit im Raum stünden, müssten beseitigt werden, sonst würde es zu einer fünften und zu einer sechsten Welle kommen, und das müsse verhindert werden.

Dass die Impfpflicht erst ab Februar kommen soll, gebe den Menschen Zeit, sich über die Impfung sachlich aufklären zu lassen und sich dadurch vielleicht sogar noch vor Februar freiwillig impfen zu lassen. Ob so oder so – die Impfquote müsse erhöht werden. Nach Milliarden an weltweit verimpften Dosen sollten sich die Zweifel an der Impfung eigentlich zerstreuen lassen.

Eigenverantwortung

Schuldzuweisungen, wer für die aktuelle Situation verantwortlich sei, oder die Frage, wieso es überhaupt zu einem vierten Lockdown gekommen sei, hält Knill für verfrüht. „Jetzt müssen wir die Pandemie bekämpfen, uns zusammensetzen, uns eine klare Orientierung holen.“

Der Lockdown und die Impfpflicht seien als politische Entscheidung zu akzeptieren. Die Industrie plädiere dafür, neben persönlichen und gesundheitlichen Aspekten auch soziale und wirtschaftliche in der Diskussion über eine Impfpflicht zu berücksichtigen.

Es sei schade, dass das Impfangebot bisher nicht stärker angenommen worden sei. Man dürfe hier aber nicht nur auf die Verantwortlichen in der Politik zeigen, sondern auch der Einzelne müsse sich an der Nase nehmen und erkennen, dass zur Pandemiebekämpfung auch Eigenverantwortung zähle.

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