Elektroauto beim Aufladen an einer E-Tankstelle

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/11/2021

Italien will ab 2035 keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen

Industrieminister warnt gleichzeitig vor enormer Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Autoindustrie

Die italienische Regierung hat beschlossen, die Verwendung von Verbrennungsmotoren in Neuwagen in Italien bis 2035 einzustellen. Lieferwagen und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren müssen bis 2040 aus dem Verkehr gezogen werden, beschloss der Ausschuss für den ökologischen Übergang (CITE) am Freitagabend. Dies gilt als wichtiger Schritt zur Senkung der Schadstoffemissionen im Rahmen der nationalen Politik zur Bekämpfung der globalen Erwärmung und des Klimawandels.

Der Beschluss entspreche der Forderung der Europäischen Union, die Treibhausgase bis 2030 um 55 Prozent zu senken, berichtete der Ausschuss. Italien folgt damit einer Reihe von europäischen Ländern, darunter Spanien, Frankreich und anderen, die eine Frist bis 2030, 2035 und 2040 gesetzt haben, nach der keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden dürfen.

Die italienische Regierung betonte, die Automobilunternehmen hätten genug Zeit, um sich auf die Produktionsumstellung anzupassen. "Im Rahmen dieses Prozesses müssen alle funktionalen Lösungen für die Dekarbonisierung des Verkehrs in einer Logik der technologischen Neutralität umgesetzt werden, wobei nicht nur Elektrofahrzeuge, sondern auch das Potenzial von Wasserstoff gefördert und die wesentliche Rolle von Biokraftstoffen für den ökologischen Übergang anerkannt werden muss", hieß es in einer Presseaussendung des Verkehrsministeriums in Rom.

Industrieminister Giancarlo Giorgetti hob die Folgen hervor, die der Übergang zu E-Autos für die italienische Autoindustrie haben werden. Mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte, die derzeit in der Automobil-Zulieferkette arbeiten, werden nicht mehr in diesem Sektor beschäftigt sein, warnte der Minister. "Wir müssen unsere Einstellung ändern. Ständige Weiterbildung bedeutet, dass man sich im Laufe seines Lebens auch vorstellen muss, den Beruf zu wechseln. Es gibt keinen festen Arbeitsplatz mehr, der an einem bestimmt Ort angesiedelt ist, um eine bestimmte Art von Arbeit zu verrichten. Es wird Arbeitsplätze geben, die in gewisser Weise auch mit den stattfindenden Veränderungen einhergehen müssen", so der Industrieminister.

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