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Wirtschaft
06/27/2012

Italien: Verzicht auf eine Woche Urlaub

Die Italien müssten mehr arbeiten, so der Vize-Wirtschaftsminister - anders könnte das Gehaltsniveau nicht gehalten werden.

Die Regierung Monti drängt die Italiener zu einer stärkeren Produktivität. "Entweder wir arbeiten mehr, oder wir können dieses Gehaltsniveau nicht mehr garantieren", warnte Vize-Wirtschaftsminister Gianfranco Polillo am Dienstag. Die Italiener hätten die Wahl zwischen geringeren Konsum oder mehr Arbeit.

Polillo rief er die Italiener auf, auf eine Woche Ferien im Jahr zu verzichten, um die Produktivität im Land zu erhöhen. Der Verzicht auf eine Woche Urlaub würde zu einem Wachstum von ein Prozent des Bruttoinlandprodukts führen, berechnete Polillo. Er appellierte an die Gewerkschaften und den Industrieverband Confindustria, offen und vorurteilslos über seinen Vorschlag zu diskutieren.

Polillo betonte, dass Italien über seinen Möglichkeiten lebe. "Um unseren internen Konsum zu finanzieren, brauchen wir ausländische Kredite, die in den vergangenen Jahren über 50 Milliarden Euro pro Jahr gekostet haben. Entweder wir reduzieren weiterhin die interne Nachfrage, was für das Land unannehmbar ist, oder wir müssen unser produktives Potenzial erhöhen", meinte Polillo.

Widerstand

Seine Worte lösen hitzige Diskussionen aus und stoßen bei den Gewerkschaften auf heftigen Widerstand. "Statt Urlaubstage zu kürzen, sollte die Regierung die Steuern reduzieren. Ein niedrigerer Steuerdruck ist der Weg, um die Wirtschaft anzukurbeln", betonte der Sekretär des Gewerkschaftsverbands UIL, Domenico Proietti.

Die Erhöhung der Produktivität ist schon seit Monaten ein Anliegen der Regierung. Schon im vergangenen Jahr hatte das Kabinett Berlusconi versucht, einige Staatsfeiertage auf Sonntage zu verlegen, um die Produktivität zu steigern. Absicht der Regierung war es, ab 2012 drei Staatsfeiertage - den Tag der Befreiung am 25. April, den Arbeitertag am 1. Mai sowie den Tag der Republik am 2. Juni - auf den jeweils folgenden Sonntag zu verschieben. Nach heftigen Protesten seitens der Gewerkschaften und der Tourismusbranche, für die die drei Feiertage im Frühling besonders wichtig sind, musste das Kabinett auf das Projekt verzichten.

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