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Wirtschaft
11/03/2019

Italien rechnet mit über 700 Millionen Euro aus Digitalsteuer

E-Commerce-Giganten müssen künftig Abgabe von drei Prozent auf digitale Verkäufe zahlen.

Italien rechnet im kommenden Jahr mit Einnahmen in Höhe von 708 Millionen Euro dank der Einführung der sogenannten Websteuer. Dies geht aus dem Budgetplan der italienischen Regierung hervor, der ab Montag vom Senat geprüft wird. Mit der Websteuer werden Online-Giganten wie Amazon und Google gezwungen, eine Steuer von drei Prozent auf digitale Verkäufe zu zahlen.

Die Websteuer soll Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 750 Millionen Euro und einem Umsatz mit digitalen Diensten von nicht weniger als 5,5 Millionen Euro belasten. Beziehen soll sich die Steuer auf Online-Werbung, die Lieferung von Waren und Dienstleistungen und die Übermittlung von Daten, die im Zusammenhang mit digitalen Schnittstellen gesammelt und generiert werden. Grundsätzlich sind Amazon, Facebook, Google, Booking.com und andere Giganten des E-Commerce betroffen.

Die Regierung Conte sucht nach zusätzlichen Einkünften, um eine geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer abzuwenden. Laut dem Entwurf strebt Italien 2020 ein Defizit von 2,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) an. Der Budgetentwurf muss bis Ende 2019 von Abgeordnetenkammer und Senat abgesegnet werden.

Heimische Digitalsteuer ab Neujahr

Auch in Österreich tritt am 1. Jänner 2020 eine Digitalsteuer in Kraft. Die fünfprozentige Steuer auf Online-Werbeumsätze im Inland trifft jene Unternehmen, die einen weltweiten Umsatz von 750 Millionen Euro bzw. einen jährlichen Umsatz aus Onlinewerbeleistungen von mindestens 25 Millionen Euro erzielen.

Während sich das italienische und das österreichische Modell also bei der Kennzahl des weltweiten Umsatzes gleichen, werden Unternehmen hierzulande erst ab einem beinahe fünf Mal so hohen Werbeumsatz zur Kasse gebeten.

Die österreichische Digitalsteuer wurde im September vom Nationalrat mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Neos beschlossen. Im Frühjahr ging der damalige Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) von jährlichen Einnahmen in der Höhe von 200 Millionen Euro aus.

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