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Wirtschaft
04/01/2019

Italien: Arbeitslosigkeit im Februar erneut gestiegen

Die wirtschaftliche Stagnation erreicht den Arbeitsmarkt. 2,7 Millionen Menschen sind in Italien arbeitslos.

Während in der Eurozone die Arbeitslosigkeit im Februar auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2008 gefallen ist, hat sie in Italien, neben Griechenland und Spanien zugenommen. So ist die Arbeitslosigkeit im Februar auf 10,7 Prozent gestiegen. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat Jänner und 1,4 Prozent weniger als im Februar 2018, teilte das italienische Statistikamt Istat am Montag mit. 2,771 Millionen Menschen sind in Italien arbeitslos, das sind 34.000 mehr als im Jänner. Die Beschäftigungsrate blieb mit 58 Prozent stabil.

Die Jugendarbeitslosigkeit betrug im Februar 32,8 Prozent, um 0,1 Prozentpunkte weniger als im Jänner. Die Opposition führt die zunehmende Arbeitslosigkeit auf ein im September verabschiedetes Paket der Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung zurück, mit dem Maßnahmen zur Bekämpfung unsicherer Arbeitsverhältnisse ergriffen wurden.

Für Unternehmen ist die Anstellung von Personal mit befristeten Arbeitsverträgen damit teurer geworden. Bei jeder Erneuerung eines befristeten Arbeitsvertrags steigen die vorgesehenen Lohnnebenkosten. Damit machte die Regierung eine Arbeitsmarktreform der Regierung Renzi aus dem Jahr 2015 zum Teil rückgängig.

"Die Arbeitslosenzahlen bestätigen, dass die Stagnation sich weiterhin auf die Beschäftigung negativ auswirkt. Die Zahl der Menschen auf Arbeitssuche wächst", kommentierte der Handelsverband Confcommercio.

Wachstumsdekret

Der italienische Premier Giuseppe Conte hat indes bestätigt, dass seine Regierung noch diese Woche das sogenannte "Wachstumsdekret" zur Förderung der Wirtschaft verabschieden werde. Damit sollen Maßnahmen ergriffen werden, die Italien aus der Rezession helfen sollen.

"Der Motor Deutschlands steht still, daher steht auch der produktivste Teil Italiens, die exportierende Industrie, still. Da Italien seit zehn Jahren ein Prozent weniger als der Rest Europas wächst, ist unsere Wirtschaft bei einem Null-Wachstum gelandet", sagte Wirtschaftsminister Giovanni Tria. Im Rahmen des "Wachstumspakets" sollen unter anderem eine Senkung der Körperschaftssteuer sowie Maßnahmen zur Förderung der Bauwirtschaft beschlossen werden, die sich nach den Krisenjahren nie wirklich erholt hat. Das Paket soll unter anderem Auslandsinvestitionen fördern. Die rechte Lega macht auch Druck für eine Verlängerung einer Reihe von Steuernachlässen für Unternehmen, die in Technologie investieren.

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