Frauen und Pensionisten sollen Personalmangel in IT-Branche lindern

Frauen und Pensionisten sollen Personalmangel in IT-Branche lindern
Laut Schätzungen fehlen derzeit 28.000 IT-Fachkräfte in Österreich. Pensionisten sollen steuerfrei weiterarbeiten dürfen.

Der Branchenverband Unternehmensberatung/IT (UBIT) in der Wirtschaftskammer sieht noch lange kein Ende des Fachkräftemangels in der Branche. Nach eigenen Hochrechnungen aufgrund von Umfragen würden aktuell rund 28.000 IT-Fachkräfte in der heimischen Wirtschaft fehlen. Allein in der IT-Branche seien es 12.000, hieß es am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Am stärksten nachgefragt sei der Bereich Cybersicherheit, Software-Entwicklung und Systemadministration. 

Nach wie vor hinke Österreich im OECD-Vergleich bei der Frauen-Beschäftigung in der IT hinterher, verglichen mit anderen Studienfächern sei die Drop-Out-Rate in den IT-Studien hoch. Dazu kämen in den nächsten Jahren 10.000  Pensionierungen, die anstehen, so UBIT-Obmann Alfred Harl.  Nun gehe es darum, Expertinnen und Experten, die länger arbeiten wollen, im Haus zu halten. "Längeres Arbeiten bzw. Dazuverdienen in der Pension muss sich aber auszahlen. Für die, die sich entscheiden, neben der Pension weiterzuarbeiten, müssen Steuern und Abgaben wegfallen", fordert Harl. 

Frauenquote heben

Auch das Potenzial von Frauen soll weiter gehoben werden. Österreich lag zuletzt im OECD-Vergleich mit einem durchschnittlichen Frauenanteil vn 19,2 Prozent in den belegten IKT-Studiengängen im hinteren Mittelfeld. "Die Frauenquote an den Hochschulen sollte bei 50 Prozent liegen, zumindest aber müssen wir international aufschließen", so Harl. Gelingen soll dies einmal mehr mit weiblichen Role-Models, die öffentlich sichtbar gemacht werden. 

IT-Ausbildung reformieren

Um generell mehr Nachwuchs für die Branche zu begeistern, spricht sich der UBIT-Chef für eine grundlegende Reform des Informatikunterrichts an österreichischen Schulen, speziell an den Gymnasien, aus. Dort soll es in der Oberstufe zwei fixe Wochenstunden Informatikunterricht geben. Erfreulich - wenn auch auf niedrigen Niveau- entwickeln sich die IT-Lehrlingszahlen. Diese hätten sich auch dank neuer Lehrberufe in den vergangenen Jahren auf aktuell knapp 3.000 verdoppelt. "Eine Lehre in der IT ist eine Jobgarantie für die Zukunft", sagt Harl. 

KV-Erhöhung um 7,25 Prozent

Vor zwei Wochen haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft GPA auf den Kollektivvertrag für heuer und nächstes Jahre geeignet, mit neun Verhandlungsrunden waren dafür ungewöhnlich viele Gesprächsrunden erforderlich. Für die rund 90.000 IT-Beschäftigten steigen die Brutto-Mindestgehälter 2024 um 7,8 Prozent, die Ist-Gehaltssumme um 7,25 Prozent, bei einem Mindestbetrag von 175 Euro.

Die Einigung gilt rückwirkend mit Jahresbeginn, für 2025 wurde eine Erhöhung der IST-Gehaltssumme um 0,65 Prozent und der Mindestgehälter um 0,15 Prozent über der Jahresinflation vereinbart. Verhandlungsgrundlage war die durchschnittliche Jahresinflation des vergangenen Jahres von 7,8 Prozent. Die Arbeitgeber betonten heute, dass in der Branche ohnehin über Kollektivvertrag bezahlt werde.

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