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Wirtschaft
12/09/2021

Internorm-Mutter baut auf digitalen Fensterverkauf

IFN-Gruppe aus Traun (Oberösterreich) kauft deutsche Fenster- und Zubehör-Handelsplattform.

von Anita Kiefer

Die IFN Holding AG aus Traun, zu der das bekannte Fensterunternehmen Internorm gehört, expandiert. Nunmehr neun Unternehmen gehören mit der neuesten Akquisition zu IFN. Gekauft wird der Mehrheitsanteil (74,2 Prozent) an der Neuffer Fenster + Türen GmbH, ein deutsches Unternehmen. Die Firma betreibt Online-Portale wie fensterversand.com, über die Fenster, Türen und Zubehör verschiedener Marken verkauft werden. Produziert wird bei Neuffer nicht (mehr) selbst. Seit 2005 ist man rein im Online-Handel und erwirtschaftet rund 30 Millionen Euro Umsatz.

Neue Zielgruppe

Warum diese Akquisition? Nun: Man habe mit der dänischen Skanva-Gruppe schon einen reinen Online-Händler mit Fokus auf Nordeuropa in der Gruppe, der jetzt in Mittel- und Westeuropa Ergänzung mit Neuffer findet, sagt Christian Klinger, Unternehmenssprecher und Miteigentümer der IFN-Holding. Außerdem nehme die Bedeutung des Digitalen zu, und man könne so neue Zielgruppen erreichen.

Internorm-Produkte wird man so bald keine auf dieser Plattform kaufen können. Das sei ein anderes Geschäftsmodell, so Klinger. Zur Einordnung: Das durchschnittliche Bestellvolumen bei fensterversand.com liegt bei 1.700 Euro. Einfamilienhausbauprojekte bringen hingegen gern einmal ab 20.000 Euro pro Bestellung.

Know-how für IFN

Wer also denkt, dass die Fenster-Branche eine beratungs- und kapitalintensive ist, hat recht. Klinger glaubt aber an den wachsenden Bedarf von Online-Lösungen. Direkte Beratung bekommt man hier nur via Chat oder Callcenter. „Der Kunde weiß, was er will, und will das schnell und halbwegs günstig haben.“

Das alles heißt aber nicht, dass man sich mit der Akquisition nicht auch wichtiges Know-how für IFN gekauft hat. „Ein Thema wird sicher mittelfristig sein: Neuffer hat ein sehr weitgehendes Know-how für die Vermarktung von Bauelementen im Internet.“ Ein eigener Online-Vertriebsweg für Internorm ist zwar nicht geplant, Digitales werde aber auch hier wichtiger, so Klinger. Angst um den Ruf der Premium-Marke Internorm habe man nicht. Es gebe ja auch schon andere Unternehmen in der Gruppe mit günstigeren Produkten.

Fokus auf Expansion

Die 60 Beschäftigten plus Führung der Neuffer Fenster + Türen GmbH bleiben erhalten. Aktiv ist das Unternehmen stark am deutschen Markt (über 80 Prozent). Der klare Fokus liege auf der Expansion. Der österreichische Markt ist etwa Anfang 2023 dran. Zu den Umsatzzielen: Neuffer soll 2027 100 Millionen Euro Umsatz machen.

In Zukunft will die Unternehmensgruppe weiter investieren. Im Mai hat Klinger ein Investitionspaket in Höhe von 250 Millionen Euro für fünf Jahre angekündigt. Es werden aber wohl über 300 Millionen Euro.

Neben der Fenstermarke Internorm gehören der Sonnenschutz-Anbieter Schlotterer, das Fassaden-Unternehmen GIG, HSF (Fenster und Türen), der Türen-Anbieter Topic, Kastrup (Fenster und Türen), der dänischen Online-Anbieter für Fenster Skanva und der finnische Fenster- und Türenhersteller Skaala sowie Neuffer zur Gruppe.

  • Kennzahlen

2020 wurden mit etwa 3.960 Beschäftigten rund 653 Millionen Euro Umsatz und ein Betriebsergebnis in Höhe von 47,1 Millionen Euro erwirtschaftet.

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