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© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/10/2020

Insolvenzen in der Reisebranche: Staat springt ein

Bund sichert ab 2021 Pauschalreisen ab. Neuer Haftungsrahmen in Höhe von 300 Millionen Euro.

von Simone Hoepke

Ein paar Tage Wellness im Advent, über Silvester in eine fremde Stadt oder im Jänner ein paar Tage in die thailändische Sonne? Für die meisten Österreicher sind solche Fragen derzeit überhaupt kein Thema. Und das spiegelt sich auch in den Buchungszahlen der Reisebüros wider. Die Branche liegt darnieder.

Gleichzeitig kämpft sie mit ganz neuen Versicherungsthemen. Denn wer eine Pauschalreise oder eine sogenannte verbundene Reise (etwa ein Paket bestehend aus Flug und Unterkunft) anbietet, muss diese gegen eine Insolvenz absichern.

Doch neuerdings winken Banken mit dem Argument ab, dass solche Absicherungen nicht zu ihrem Kerngeschäft zählen und deswegen nicht mehr im Angebot sind. Und selbst Versicherer wollen sich offenbar an der strauchelnden Tourismusbranche nicht die Finger verbrennen.

„Die HDI hat sich weltweit aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen“, erläutert Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbands. Sprich: Per 31.12. wurden rund 400 Verträge mit österreichischen Reise-Anbietern gekündigt. „Ein Marktversagen“, findet Peterleithner.

300 Millionen Euro

Die Politik hat am Donnerstag reagiert. „Da der Versicherungs- und Bankenmarkt derzeit kaum noch bereit ist, dieses Risiko abzusichern, wird der Staat einen neuen Haftungsrahmen für die Branche in der Höhe von 300 Millionen Euro bereitstellen“, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Dieser soll für 2021 zur Verfügung stehen und von der Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) abgewickelt werden.

In Österreich treten rund 800 Reisebüros auch als Reiseveranstalter bzw. Vermittler von verbundenen Reiseleistungen auf. Sie haben Kundengelder gemäß der Pauschalreiseverordnung für den Fall einer Insolvenz abzusichern.

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