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Wettbewerb
03/08/2016

"Industrie braucht junge Technikerinnen"

Initiative. Österreich sucht die Technik-Queens.

von Irmgard Kischko

Klischees halten sich in Österreich hartnäckig. Etwa jenes, dass Mädchen für Mathematik, Technik und Naturwissenschaften ungeeignet sind. Kein Wunder, dass Industriemechanikerinnen oder Elektrotechnikerinnen noch immer die Ausnahme sind.

Eine Reihe prominenter heimischer Industriebetriebe – OMV, Siemens, ÖBB, Borealis, Microsoft und RHI mit Unterstützung des Wiener Stadtschulrates – versucht das zu ändern. Die Initiative "Österreich sucht die Technikqueen", die heuer zum vierten Mal stattfindet, will junge Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren für eine technische Ausbildung begeistern. Dass die Klischees durchaus veränderbar sind, zeigen die rasant steigenden Teilnehmerinnen-Zahlen an diesem Wettbewerb. 1150 Mädchen haben sich zu dieser online-challenge unter www.technikqueen.at bereits angemeldet. Das sind um die Hälfte mehr als im Vorjahr, freut sich OMV-Sprecher Johannes Vetter.

Die Industrie wirbt nicht uneigennützig um die jungen Frauen. "90 Prozent der österreichischen Industrieunternehmen suchen technische Fachkräfte. Da können wir das Potenzial der Frauen, also der Hälfte der Bevölkerung, nicht liegen lassen", sagt OMV-Chef Rainer Seele.

Der Anteil von Frauen in technischen Berufen beträgt nur rund 15 Prozent. Das ist bei der OMV genauso, wie bei Siemens, Borealis oder den ÖBB.

Fördern hilft

Dass Unternehmen, die gezielt auf Frauen in der Technik setzen, damit Erfolg haben, zeigen RHI und Microsoft. Zwar sind beim steirischen Feuerfest-Konzern auch nur 13 Prozent Frauen beschäftigt. Aber in der Forschung und Entwicklung in Leoben sind 33 Prozent der Forscher Frauen. "Dafür habe ich mich eingesetzt", sagt RHI-Forschungschef Stefan Schriebl.

Bei Microsoft sind 30 Prozent der Belegschaft Frauen. Sogar in der Geschäftsleitung sind 26 Prozent Frauen. Microsoft-Österreich-Chefin Dorothee Ritz: "Ich würde viel mehr Frauen einstellen und leider: Ich finde die guten Frauen nicht. Das macht mich fuchsig."