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Wirtschaft
03/16/2021

Immofinanz: „Das Angebot für die S-Immo ist der Höhe nach ein Scherz“

Die Übernahme des Konkurrenten wird nicht im ersten Anlauf gelingen. Investoren sehen Vorgänge kritisch.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Kriegskasse des Wiener Immobilienkonzerns Immofinanz ist mit mehr als einer Milliarde Euro gut gefüllt, da lässt sich die Übernahme des Konkurrenten S-Immo aus eigener Kraft schon stemmen. Die Immofinanz hält bereits 26,49 Prozent am Mitbewerber. Detail am Rande: Die S-Immo hält mehr als 13 Millionen Immofinanz-Aktien.

Das Übernahmeangebot beträgt 18,04 Euro je Aktie und umfasst bis zu 51,47 Millionen S-Immo-Aktien. Unterm Strich müsste die Immofinanz dafür rund 929 Millionen Euro in die Hand nehmen. Das Angebot ist zu niedrig, meint der Interessenverband für Anleger (IVA). Der Angebotspreis liege deutlich unter dem Nettosubstanzwert von 23,17 Euro je Aktie.

Die Aktien der S-Immo sind am Montag mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Am Nachmittag stiegen die Kurse der S-Immo um 5,88 Prozent auf 19,10 Euro, die der Immofinanz um 2,39 Prozent auf 17,32 Euro.

„Das Angebot ist der Höhe nach ein Scherz. Die S-Immo ist unverschuldet und hat exzellente stille Reserven“, sagt der Wiener Investor Alexander Proschofsky. „Ich frage mich, wie man überhaupt ein solches Angebot legen kann, wo doch das Immofinanz-Management in diversen Konferenzen ausgeschlossen hat, dass es ein Zusammengehen geben wird.“ Er mutmaßt, dass diese Wendung mit dem S-Immo-Aktionär Aggregate Holdings SA und dem umstrittenen Immobilien-Zampano Cevdet Caner (Level One, Adler) zu tun haben könnte. Aggregate hält 10,78 Prozent an der S-Immo.

Anderes Gewicht

„Den Übernahmepreis bei 18,04 Euro wird niemand annehmen“, sagt der Wiener Investmentexperte Wolfgang Matejka. „Es ist nicht auszuschließen, dass die einen oder anderen Aktionäre jetzt S-Immo-Aktien sammeln, um sie später der Immofinanz anzubieten.“ Das lasse sich alles leicht bewerkstelligen, solange die inneren Werte bei 23,24 Euro stehen.

„Es denken sich viele, jetzt kaufen wir S-Immo bis 20 Euro, das ist noch immer billig. Das ergibt dann das eine oder andere Gewicht in der Hauptversammlung“, sagt Matejka. Wer wird am Ende als Sieger dastehen? Immofinanz-Vorstand und Investor Ronny Pecik und sein slowakischer Partner Peter Korbačka? „Das wird eine Teamleistung sein. Das Ganze steht und fällt mit der Zustimmung Korbačkas“, sagt Matejka. „Ich glaube aber, dass die Aggregate sie am Schluss kriegen wird.“

Indes ermittelt die FMA gegen Pecik im Zusammenhang mit S-Immo wegen des Verdachts des Insiderhandels, wie Informanten bestätigen. Zuerst hat Die Presse berichtet. Dem Vernehmen nach bestreitet Pecik die Vorwürfe.

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