Sorglos durch  den Sommer 

Was muss man vor der Abreise bedenken? © Bild: Getty Images/iStockphoto/anyaberkut/iStockphoto

Ferienstimmung – damit einhergehen auch verwaiste Wohnungen und Häuser sowie viele Fragen: Wer passt auf das Zuhause und die Pflanzen auf? Wo finde ich eine Betreuung für mein Haustier? Was muss ich vor der Abreise bedenken? Sieben Tipps für die Urlaubszeit.

Von Couchsurfing bis Aribnb - wie geht das?

Im Schnitt dauert ein Urlaub zwei Wochen. Doch was, wenn man das Glück hat, gleich mehrere Monate auf Reisen zu gehen? Gibt es Möglichkeiten, die eigenen vier Wände während dieser Zeit zu Geld zu machen? Es klingt verlockend, ist aber juristisch gesehen ein schwieriges Vorhaben: Im Prinzip ist eine Untervermietung einer Mietwohnung möglich, wenn diese dem Mietrechtsgesetz (meist bei Mehrparteienhäusern, die vor dem zweiten Weltkrieg fertiggestellt wurden) unterliegt. „Probleme gibt es aber wenn der Untermietzins verhältnismäßig zu hoch angesetzt wurde oder es zu viele neue Bewohner sind, an welche untervermietet werden soll“, sagt Rechtsanwalt Thomas Sochor. Wichtig: Auf jeden Fall vorher im Vertrag checken ob dieser die Klausel „Untermieten nicht erlaubt“ enthält. Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern dürfen, sofern nichts anderes vereinbart wurde, dieses ohne Erlaubnis des Eigentümers für einige Tage zur Verfügung stellen. Gänzlich verboten ist die Untervermietung von Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen. Wenn der Hauptmieter gekündigt wird, gilt dies übrigens nicht automatisch für den Untermieter. Sochor: „Auf jeden Fall ist es besser, vorher den Vermieter zu fragen. Im schlimmsten Fall kommt es sonst zur Kündigung, etwa wegen Nichtbenutzung.“ Eine beliebte Methode des (Unter-)Vermietens ist Airbnb. Die Gesetzeslage der kurzzeitigen Beherbergung ist aber verwirrend und auch von Stadt zu Stadt verschieden. In Salzburg etwa herrschen besonders strenge Regeln. Meist muss der potenzielle Airbnb-Vermieter eine offizielle Erlaubnis einholen oder eine Lizenz erhalten, bevor Gäste empfangen werden können. In einigen Steuerbezirken übernimmt „Airbnb Österreich“ die Berechnung, den Einzug sowie die Übersendung von Belegungssteuern – für Laien ein kompliziertes Thema. „Wenn in einem ruhigen Mehrparteienhaus durch Airbnb plötzlich viel los ist, kann auch eine Unterlassungsklage drohen“, warnt Sochor. Bei Eigentumshäusern müssen die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung durch Airbnb gemeldet werden, sonst macht man sich strafbar. Auch die Gewerbebehörde könnte genauer hinsehen. Couchsurfing sieht Sochor in Sachen Steuern weniger problematisch. „Wenn es wirklich unentgeltlich ist. Allerdings könnte es hier durch die vielen Menschen wieder zu einer Unterlassungsklage kommen.“ Insgesamt sollte man es sich genau überlegen, ob man das Risiko einer Untervermietung, vor allem an fremde Personen, eingeht. „Das Verhalten des Untermieters wird dem Mieter zugerechnet“, erklärt der Anwalt: „Im schlimmsten Fall führt das zur Wohnungskündigung.“

Wohin mit Hund und Katze?

Während des Urlaubs werden Haustiere oft zum „Problem“. Nette Bekannte sind für die Betreuung nicht immer verfügbar. Und der Trip in die Ferne ist dem Tier meist nicht zumutbar. Doch es gibt Hilfe vom Profi. „Tiersitter24.at“ etwa vermittelt mit wenigen Klicks Betreuer aus der näheren Umgebung, der Stundenlohn ist individuell. Das „Pfoten-Zentrum“ bietet ab 30 Minuten Hausbetreuung für Katzen, Hamster, Hunde und Co. an. Bei diesem Service inklusive ist das Entleeren des Briefkastens und die Versorgung der Zimmerpflanzen. Spezialisten für Hunde sind „dogsitter.at“. Weitere Anbieter sind „hellobello.at“, Tierpensionen oder -heime. Wichtig: Basisinfos übers Haustier hinterlassen. Dazu gehören der Kontakt des Tierarztes, Infos über Futtermittel und -menge pro Tag, Gesundheitsprobleme oder Verhaltenseigenheiten. Das Haustier sollte mit allen nötigen Impfungen und einer Parasitenprophylaxe geschützt sein und rechtzeitig entwurmt werden.

Wie kann man das Zuhause vor Einbrechern schützen?

Post im Briefkasten kann zum Verhängnis werden
Stock-Fotografie-ID:588234740 Post, Briefkasten, Brief, Voll, Überquellen, Alphabet, Tür, Öffnen, Öffentlicher Briefkasten, Bri… © Bild: Getty Images/iStockphoto/PeopleImages/iStockphoto

Um das verlassene Heim zu schützen, gibt es einige Möglichkeiten. Am hilfreichsten: Anwesenheit vortäuschen. Ideal ist es, wenn ein Bekannter dafür sorgt. Fehlt ein privater Housesitter kann über eine Zeitschaltuhr Licht ein- und ausgeschaltet werden, das Radio wird angestellt oder der Kellereingang beleuchtet. Hier sind nur Zeitschaltuhren hilfreich, die in unregelmäßigen Abständen und für eine wechselnde Dauer aktiv sind – Einbrecher erkennen sonst bald, dass eigentlich niemand zu Hause ist. Zeitungsabos sollte man für die Zeit des Urlaubs unterbrechen, sonst quillt der Briefkasten verräterisch über. Bei Häusern sollte man Mülltonnen oder Gartenmöbel wegschließen. Oft werden solche Gegenstände als Einstiegshilfen ins Haus missbraucht. Auch gekippte Fenster laden Einbrecher ein. Zudem geht dadurch – im Falle eines Einbruchs – der Versicherungsschutz verloren. Wertsachen werden am besten an untypischen Orten deponiert, im Wohn- oder Schlafzimmer suchen Diebe zuerst.

Biete Almhütte, suche Appartement am Meer: Was ist ein Häusertausch?

Das Zuhause ist gut versorgt, die Unterkunft im Urlaub kostet nichts und man lernt das Leben im anderen Land wie ein Einheimischer kennen – so stellt sich das System „Haustauschferien“ vor. Die Plattform wird gut angenommen, vor allem Österreich ist als Reiseziel sehr begehrt. „Die Anfragen nach Tausch-Domizilen in Österreich übersteigt bei weitem das Angebot. Die Chancen, Tauschpartner zu finden sind hier sehr gut“, erklärt Susanne Dahn von „Haustauschferien“. Zwischen den Mitgliedern fließt kein Geld, zu begleichen ist nur eine Jahresgebühr von 130 Euro. Dahn: „Diese Gebühr berechtigt dazu, beliebig viele Haustausche zu arrangieren. Es geht vorrangig um Gastfreundschaft und unterscheidet sich dadurch vom Anmieten von Feriendomizilen.“ Tausch-Variationen gibt es mehrere: Beim Klassiker fahren die Partner gleichzeitig in das jeweils andere Land. Ebenso eine Möglichkeit sind Gastfreundschafts-Aufenthalte, also quasi ein Besuch bei Fremden. Ein eigenes Punktesystem ermöglicht zudem eine flexible Herbergssuche in der Wunsch-Destination.

Wie überleben verwaiste Pflanzen?

Automatische Bewässerungsanlagen helfen
Stock-Fotografie-ID:695577014 Bewässerungsanlage, Blau, Blechdose, Blume, Blumentopf, Botanik, Bunt, Eingießen, Fotografie, Fri… © Bild: Getty Images/iStockphoto/wattanaphob/iStockphoto

Möglichkeiten, die grünen Mitbewohner zu versorgen, gibt es viele. „Ideal im Garten ist eine automatische Bewässerungsanlage. Unbedingt korrekt einstellen – unterschiedliche Pflanzen haben anderen Wasserbedarf“, erklärt Verena Kapfenberger von Gärtner Starkl. Für Globetrotter geeignet: trockenheitsverträgliche, naturnahe Pflanzungen. Ohne Bewässerungssystem sollte spätestens jeden zweiten Tag jemand zum Gießen vorbeikommen. Für Tröge im Freien kann man Gefäße mit integriertem Wasserspeicher und speziellem Substrat nutzen. Kapfenberger: „Wenn die Pflanzen gut eingewurzelt sind, hat man eine Wasserversorgung von bis zu drei Wochen. Preislich günstiger ist die Steckbewässerungen. Hier schraubt man eine mit Wasser gefüllte Pet-Flasche auf einen speziellen Kegel, dieser wird in die Erde gesteckt.“ Diese Art der Bewässerung funktioniert bis zu zehn Tagen. Beide Varianten sind auch für Zimmerpflanzen erhältlich. Ein weiteres Thema für Gartenbesitzer: Reifes Obst und Gemüse. Am besten kommen Freunde zum Ernten. Bei Obstbäumen kann man spät- bzw. besonders frühreife Sorten wählen. Für den Gemüsegarten gibt es keine Patentlösung, späte Gemüsesorten wären: Kürbis, Karotten, Zwiebel oder Knollensellerie.

Wer passt auf das Domizil auf?

Nicht selten schweifen die Gedanken aus der Ferne zurück ins eigene Heim. Ist zu Hause alles in Ordnung? Für Beruhigung können Housesitter sorgen. Einer der Pioniere in Österreich ist Guido Kollaritsch. Der ehemalige Vize-Sicherheitsdirektor gründete 2003 die „Hauswache“. „Ich setze dabei in einem Rund-um-die Uhr-Service lebenserfahrene Senioren ein, die das Objekt in der Abwesenheit des Kunden betreuen und dieses nur für kurze Zeit verlassen dürfen – also darin wohnen“, erzählt Kollaritsch. Neuerdings immer mehr gewünscht: eine sofortige Reaktion im Falle eines Unwetters oder das Verhindern von Schäden im Vorhinein. Die Betreuung eines Objekts inklusive bis zu zwei Haustieren kostet pro Tag exclusive der Fahrtkosten des Haushüters 68 Euro. Eine günstigere Alternative bietet zum Beispiel das Unternehmen „Housesitting24“. Neben einem Rundum-Service gibt es auch eine stundenweise Betreuung für 25 Euro.

Checkliste: Was ist zu erledigen?

Auch bei kurzer Abwesenheit – der Hauptwasserhahn muss immer zugedreht werden. Denn sobald ein Objekt länger als 72 Stunden unbewohnt bleibt, zahlt die Haushaltsversicherung im Falle eines Wasserschadens nicht. Damit sich der Stromzähler während der Abwesenheit nicht weiterdreht, bei allen leicht zu erreichbaren Elektrogeräten den Stecker ziehen – viele Geräte bleiben sonst im Stand-by. Dabei nicht auf „Kleinigkeiten“ wie den Radiowecker vergessen. Ausnahmen bilden Kühl- und Gefrierschrank. Neben dem Einsparen von Geld können – im Falle eines Blitzeinschlags – die Geräte durch Überspannung zerstört werden und dadurch ein Brand entstehen. Beim Fernseher sollte ebenso der Stecker gezogen werden. Die Einstellungen bleiben bei neueren Modellen auch ohne Strom erhalten. Vor der Abreise den aktuellen Stromzähler-Stand notieren. So lässt sich nach der Rückkehr feststellen, wie viel verbraucht wurde.

( kurier.at , ir ) Erstellt am 27.07.2017