Louis Vuitton präsentierte im Palazzo  Serbelloni eine Neuauflage des Sofas „Ribbon Dance“ mit weißem Teddy-Stoff

© Hersteller

Wirtschaft Immobiz
04/20/2019

Salone del Mobile: Die Trends von der größten Möbelmesse der Welt

Bioplastik, Möbel aus dem 3-D-Drucker und ein Sessel, der mittels künstlicher Intelligenz hergestellt wurde.

von Julia Beirer

Designer und Hersteller rund um den Globus versammelten sich auch dieses Jahr von 9. bis 14. April in Mailand, um ihre neuesten Entwürfe auf dem Salone del Mobile, der größten Möbelmesse der Welt, zu präsentieren. IMMO war mittendrin und hat die fünf größten Trends der Designbranche ausfindig gemacht.

1. Umweltschutz und Bioplastik

Sowohl die Entwürfe der Designer, als auch die Kunstinstalltionen in der Stadt standen ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Das Modelabel COS präsentierte in Zusammenarbeit mit  Architekt Arthur Mamou-Mani im Palazzo Isimbardi eine atemberaubenden Galerie aus Torbögen, die vom Innenhof in den Garten führt. Die Besonderheiten: Das komplexe Konstrukt kommt aus dem 3-D-Drucker. Das verwendete Material – eine Mischung aus Holz und Bioplastik – ist biologisch abbaubar.

Auch der italienische Hersteller Kartell, bekannt für seine Plastikmöbel, setzt heuer auf das kompostierbare Bio-Äqulivalent. Mit „Kartell loves the Planet“ stellen sie ihr wohl berühmtestes Design, den Componibili in Bioplastik vor. „Wir wollen auch andere Klassiker in diesem Material produzieren, haben bei den Stühlen aber noch Herstellungsprobleme“, erklärt Lorenza Luti, Kartell Marketing Director und Tochter des Firmenchefs Claudio Luti.

Das verwendete Bioplastik, auch unter dem Namen Biopolymer bekannt, stammt von der italienischen Firma „Bio-on“. Laut Hersteller besteht es aus „erneuerbaren Pflanzenquellen, die nicht mit Lebensmittelversorgungsketten konkurrieren, darunter Zuckerrüben- und Zuckerrohrsirupe, Obst- und Kartoffelabfälle, Kohlenhydrate, Glycerin und Bratöl.“

„Scrap-CMYK“ von Kinnasand

Die Japanerin Rikako Nagashima verarbeitete Stoffreste für ihre Vorhänge „Scrap-CMYK“ für Kinnasand.

Vela - ein Stuhl aus Magnesium

Der Stuhl "Vela" aus Magnesium von Magis wiegt nur drei Kilogramm. Das Design stammt von Gilli Kuchik & Ran Amitai.

"Nunances" von Patricia Urquiola

Die derzeit wichtigste zeitgenössische Designerin Patricia Urquiola hat den Teppich „Nuances“  für  GAN entworfen. Dafür hat sie Wollreste, die im Fertigungsprozess entstanden sind, wieder einarbeiten lassen.

"Componibili" von Kartell

Kartell wurde in den 1960ern für seine Plastikmöbel bekannt. Zum 70-jähirgen Jubiläum präsentieren eine Neuauflage aus Bioplastik.

2. Inspirationsquelle Natur

Die Gestirne und der Ozean sind Form- und Farbgeber und auch in der Materialwahl der Entwürfe entscheidend. So hat das Designduo Atelier Biagetti für Louis Vuitton einen Tisch mit dem Namen „Anemona“ entworfen, der einer Seeanemone nachempfunden ist.

Auch Petite Friture hat einen Tisch gestaltet, der an die Meeresoberfläche erinnert. Leuchtenhersteller Foscarini präsentierte hingegen eine Lampe in Wolkenform (siehe S. 8) und auch Sonne und Mond als Leuchtkörper.

"Francis" von Petite Friture

Petite Friture zeigt den Tisch „Francis“, der an die Meeresoberfläche erinnern soll.

„Nuee“ von Foscarini

Die Hängeleuchte „Nuee“ von Marc Sadler ist einer Wolke nachempfunden.

3. Marmor ist Material des Jahre

Die Haptik entscheidet – und was fühlt sich besser an, als hochwertiger Marmor? Daher ist der edle Stein das meist gewählte Material am Salone. Als Tischplatte, aber auch für Tischbeine, als Fußboden und als Rahmen für Lichtkörper wird Marmor verarbeitet. Aber auch Glas, Keramik undHolz waren häufig zu sehen.

Vase „Aboram“

„Aboram“ heißt die Vase aus Marmor und Kupfer von Sam Baron für JCP.

Leuchte „Noctambule“

Flos arbeitete mit Konstantin Grcic an der modularen „Noctambule“ aus Glas.

Liegestuhl aus Holz

Barcelona Design setzte erstmals  einen Entwürf von Salvador Dali um und präsentierte einen Liegestuhl aus Holz.

Tisch mit Glasbeinen

Der Tisch „Echino“ von Sebastian Herkner für Zanotta steht auf Beinen aus Glas.

„Magma One High“ mit Keramikbasis

„Magma One High“ mit einem Untersatz aus Keramik von Ferreol Babin für Pulpo.

Vitra inszeniert Marmorboden

Vitra setzt den Marmorboden und auch Klassiker wie den „Heart Cone Chair“ in Szene.

Tisch mit Marmorbeinen

Glas Italia setzt den edlen Stein als Tischbein ein.

4. 3-D-Drucker und künstliche Intelligenz

Nicht nur Bioplastik, auch Holz und Keramik werden im 3-D-Drucker geformt. Eine Vorreiterrolle in Sachen neueste Technologie nimmt Kartell ein. In Zusammenarbeit mit Designer Philippe Starck präsentierten sie „A.I“, den „ersten Stuhl, der außerhalb unseres Gehirns und unserer Gewohnheiten, mittels künstlicher Intelligenz produziert wurde.“

Das Design wurde von einem Algorithmus und mit den von Starck vorgegebenen Parametern konzipiert: komfortabel, ästhetisch, solide und mit so wenig Material wie möglich. Kartell: „Das Ergebnis ist eine Zusammenarbeit zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz, die Starck als ,Natural Intelligence’ bezeichnet. Starck: „Dadurch öffnet sich eine neue Welt ohne Grenzen.“

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