Das Projekt „Wände streichen“ muss man  mit System und der richtigen Farbrolle angehen 

© Getty Images/Aleksandar Georgiev/IStockphoto.com

Wirtschaft Immobiz
12/27/2020

Richtig Ausmalen in den eigenen vier Wänden

Neue Farben für die Wohnung. Mit praktischen Tipps und Anleitungen vom Malerprofi gelingt ein perfekter Anstrich.

Ob Erstanstrich in der neubezogenen Wohnung, der Wunsch nach einer neuen Farbgestaltung in allen Räumen oder ein fälliger Wiederholungsanstrich, der nach Jahren einfach nötig ist: Will man das Ausmalen selbst übernehmen, gibt es einige Dinge, auf die man achten sollte, damit man für eine längere Zeit mit dem Anstrich glücklich ist.

Franz Dvorak ist Malerprofi in Niederösterreich, Inhaber eines Malerunternehmens, berät professionell in puncto Farb- und Materialauswahl und hat für uns eine Schritt-für Schritt-Anleitung erstellt. Mit dieser sollte auch jeder Laie erfolgreich sein.

Wände streichen

Gestartet wird – bei bereits gestrichenen Wänden – mit der Überprüfung des Untergrundes, denn nicht jede Farbe lässt sich problemlos überstreichen. Dvorak: „Mit einem feuchten Schwamm über die Wand wischen. Bleibt Farbe auf dem Schwamm zurück, ist es wahrscheinlich Leimfarbe, die vor dem Neuanstrich entfernt werden sollte.“ Bei einem Neubau empfiehlt es sich, mit der Hand über die Wand zu streichen. „Haftet Putz daran, muss man diesen abkehren und tiefengrundieren.“ Gleiches gilt, wenn der Untergrund stark saugt. Die zugehörige Probe: „Etwas Wasser an die Wand spritzen, wenn diese sich sofort dunkel verfärbt, muss man grundieren.“

Der nächste Schritt ist, mögliche Nägel und Haken aus den Wänden zu ziehen und kleine Löcher mit Spachtelmasse zu füllen. „Risse und Löcher nicht einfach mit Farbe kaschieren“, betont der Profi. Risse kann man zuvor etwas erweitern, dann hält die Masse besser. Bei tieferen und größeren Rissen muss man Gewebe miteinspachteln. Spezielle Gitter bekommt man im Baumarkt. Nach dem Spachteln kann man noch einmal abschleifen, um einen glatten Untergrund zu bekommen.

Bevor es nun ans Streichen geht, sollten Möbel weggerückt und diese dann großzügig abgedeckt werden, ebenso wie Böden und Fenster. Franz Dvorak: „Für den Boden kann man Vlies, Papier oder eine stärkere Folie nehmen. Für Fenster und Möbel kann man zu einer dünneren Qualität greifen.“ In jedem Fall wird die Abdeckung mit Klebeband fixiert. Für Sockel oder andere Stellen an Wänden, die abgedeckt werden müssen, wie Lichtschalter oder Steckdosen, nimmt man ein Kreppband. Der Maler empfiehlt, nicht das günstigste zu nehmen, da dieses oft nicht gut hält oder so stark ist, dass es beim Entfernen Farbe mitnimmt.

Ausmalen

Nun kann man mit dem Ausmalen beginnen. „Man arbeitet sich vom kleinsten zum größten Werkzeug durch“, erklärt Dvorak. Sprich, man streicht mit dem Pinsel Ecken und Kanten aus, dann nimmt man die kleine Walze und streicht die ersten zehn Zentimeter an diesen Kanten nach. Erst jetzt kommt die große Farbrolle zum Einsatz. Begonnen wird mit der Decke, dann kommen die Wandflächen an die Reihe. „Es wird von oben nach unten und dann wieder hinauf gestrichen“, erklärt der Malerprofi. „So streicht man Bahn für Bahn und immer leicht überlappend“. Wichtig: „Nicht in der halben Wand eine Kaffeepause einlegen, sondern immer eine Fläche fertigmachen.“

Übrigens: Wenn es handwerklich passen soll, rät der Experte zu zwei Durchgängen. Was hingegen keinen Sinn macht – an einer Stelle mehrfach hin-und her zu fahren. „Auf diese Weise nimmt man sich nur die Farbe wieder weg.“ Zwischen den beiden Durchgängen muss die Farbe gut trocknen. Dvorak: „Wie lange das dauert, hängt von der Zimmertemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab, und kann von ein paar Stunden bis zu einem Tag dauern.“

Um die Qualität des Streichens überprüfen zu können, sind ordentliche Lichtverhältnisse wichtig. „Am besten man leuchtet mit einem Scheinwerfer die Wand an“, rät Franz Dvorak. „Umso greller das Licht, desto besser sieht man jede Kleinigkeit.“

Farbe trocknen lassen

Wer zwischendurch mal eine Pause braucht, sollte sein Werkzeug solange gut versorgen. „Pinsel oder Roller fest in Abdeckfolie einwickeln und mit einem Abdeckband umschließen, damit die Werkzeuge nicht austrocknen“, rät der Profi.

Ist das Werk vollbracht und die Farbe angetrocknet, wird das Klebeband wieder vorsichtig abgezogen. Franz Dvorak: „Sorgfältig runterziehen und am besten, wenn diese Stelle noch nass ist.“ Nun ist das Werk vollbracht – und der Heimwerker hat Feierabend.

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