Wohnen 05.12.2011

Wohlfühlen mit der richtigen Wandfarbe

Mit der richtigen Wandfarbe bleibt der Sommer in Ihrer Wohnung. Wir verraten die Tipps einer Stil-Beraterin, wie man Farbtöne ideal kombiniert.

Erdbeeren mit Schlagobers und Minze, Floridagrün und Prinzessinnenrosa, Salbei und weiße Trüffel, Zinnoberrot und Meerblau. Wer sich für das Einrichten mit Farben interessiert, muss so banale Termini wie Blau, Gelb oder Rot ganz schnell vergessen. Denn es ist nicht die Farbe, sondern die ganz spezielle Farbnuance, die darüber entscheidet, ob Räume Glücksgefühle erzeugen - oder nicht.

"Es ist einfach grandios, wie viel Energie und Atmosphäre farbige Wände, Tapeten, Möbel und Accessoires einem Raum verleihen können", schreibt die britische Einrichtungsexpertin Stephanie Hoppen in ihrem neuen Buch ("Farbwelten", Gerstenberg Verlag). So gibt es etwa Hunderte Grüntöne, jeder von ihnen sagt etwas völlig anderes aus und verklangt nach anderen zusätzlichen Tönen.

Der Einfachheit halber hat Hoppen das Spektrum jeder Farbgruppe auf die rund dreißig wichtigsten reduziert. Dazu schlägt sie anhand von vielen Bildbeispielen und mit übersichtlichen Farbfeldern die gelungensten Kombinationen vor.

Die besten Tipps der Stil-Beraterin

Der frische Fliederton bildet einen ausdrucksstarken Kontrast zum dunklen Holzboden und den weißen Retro-Stühlen.
© Bild: Gerstenberg Verlag

Gelb ist eine heikle und dennoch dankbare Farbe - vorausgesetzt, man versteht mit ihr umzugehen. Während sehr intensives, hartes Gelb ohne Rot- oder Braunbeimischung oft kalt wirkt, kann man mit zitrischen Gelbtönen eine warme und einladende Palette kreieren, insbesondere mit den weicheren Nuancen von Buttergelb bis Ocker. Eine schöne Kombination zu hellem Eierlikörgelb: blasses Sommerhimmel- oder sattes Kornblumenblau.

Rot sieht wundervoll aus, wenn man es mit neutralen Farbtönen wie blassem Hafergelb oder Grau, Schokoladenbraun oder Schiefer kombiniert. Zu Toskanarot passen ein helles Ziegelrot oder Erdbeermilch, Zuckerwatterosa wird gut mit Kiwigrün und Lavendel kombiniert.

Grautöne gibt es unzählige, manche wirken sachlich und kühl, andere warm und gemütlich. Diese passen am besten zu Rosa und helleren Rottönen: Pergamentgrau, Felsengrau und dunkle Taube.

Der frische Fliederton bildet einen ausdrucksstarken Kontrast zum dunklen Holzboden und den weißen Retro-Stühlen.
© Bild: Gerstenberg Verlag

Violett bedeutet Macht und Leidenschaft. Seine starken, vielseitigen Nuancen werden oft mit Kreativität, Individualität und Fantasie assoziiert. Die Palette reicht von tiefem Amethyst über samtenes Purpurrot bis zu verwaschenen Flieder- und Lavendeltönen. Letztere machen dunkle Räume heller, verbreiten sommerliche Heiterkeit und lassen helle Räume sonnig wirken.

Lilatöne lassen sich gut kombinieren - solange man zusätzlich mit genügend Weiß (am besten gebrochenes Weiß wie Schlagobers oder helle Butter) arbeitet. Schön ist zum Beispiel die Kombination Krokus, Kleegrün und Schlagobers. Oder Lavendel, heller Pfefferminztee und Buchweizen.

Der frische Fliederton bildet einen ausdrucksstarken Kontrast zum dunklen Holzboden und den weißen Retro-Stühlen.
© Bild: Gerstenberg Verlag

Blau steht für Trost, Sicherheit und Frieden. "Ob in der Kombination von Porzellanblau mit eisigem Weiß oder im Zusammenspiel von Eierschalen- und Wassernuancen: Es wirkt erfrischend, harmonisch und einladend", erklärt die Buchautorin Stephanie Hoppen, die sich im Laufe
der Jahre in London auch einen Namen als Kunsthändlerin gemacht hat. Ihr Tipp: "Kombinieren Sie Türkisblau mit Kaisergelb, Himmelblau mit Korallenrot, Puderblau mit Bikuittönen."

Die satten, lebhafteren Ozeannuancen von Azur bis Aquamarinblau erfordern einen behutsameren Umgang. Die beste Wirkung erzielt man, wenn man sie mit dunklen Holzfarben statt mit reinem Weiß kombiniert.
Auch aus britischen Schlössern kann man lernen: Blau verliert seine Kühle, sobald man es mit Accessoires in Gelb oder Gold ergänzt. Das muss nicht viel sein: Oft genügen zwei kleine Lampenschirme, ein goldener Luster oder ein paar Kissen.

Der frische Fliederton bildet einen ausdrucksstarken Kontrast zum dunklen Holzboden und den weißen Retro-Stühlen.
© Bild: Gerstenberg Verlag

Wer etwas über Farben und deren Kombinationsmöglichkeiten lernen möchte, kann das übrigens auch auf sehr unterhaltsame Art tun: Sehen Sie sich einfach die elegantesten Filme und TV-Serien der letzten Jahre an - hier waren die besten Interior-Designer am Werk, um Atmosphäre zu erzeugen: The Queen (anhand dieses Films lernt man die gehobene britische Art, mit Farbe umzugehen), Sex and the City (nach wie vor gilt: tolle Wohnungen, vor allem Schlafzimmer!) und Mad Men (unschlagbar).

Warum es sich auszahlt, darüber so viel nachzudenken, weiß Stephanie Hoppen: "Das Betreten eines mit stimmigen Farben gestalteten Raumes ist mit dem Genuss einer köstlichen Mahlzeit oder mit dem Hören schöner Musik vergleichbar: ein Fest für die Sinne."

( ce ) Erstellt am 05.12.2011