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Wirtschaft Immobiz
07/09/2022

Der Mustermann: Die bunten Interior-Designs von Arthur Arbesser

Modedesigner Arthur Arbesser mischt die Interiorbranche auf: Eine Teppich- und Textilkollektion für Wittmann bringt frischen Wind ins Heim.

von Nicole Zametter

In der Modewelt ist er für seine auffälligen Muster und ausgefallen Entwürfe bekannt. Beim Salone del Mobile, der Mailänder Möbelmesse, präsentierte Arthur Arbesser nun erstmals eine exklusive Textil- und Teppichkollektion Wittmann. Die Zusammenarbeit mit dem Wiener Traditionsunternehmen kam spontan zustande, wie der in Mailand lebende Designer erzählt: „Luca Nichetto (Anm.: Kreativdirektor Wittmann) holte mich vergangenen Herbst mit ins Boot. Ich war sofort dabei. Als gebürtiger Wiener ist es eine Ehre für mich, etwa einen Hoffmann-Klassiker, wie ihn Wittmann noch im Sortiment hat, neu einzukleiden.“

Natürlich lassen sich aber auch neue Wittmann-Sofas oder Sessel mit den grafischen Arbesser-Mustern versehen. Die hochwertige Stoffkollektion wurde von der Manufaktur des renommierten Familienunternehmens Rubelli umgesetzt, die Teppiche stammen vom italienischen Handwerksbetrieb cc-tapis. Qualitative Verarbeitung liegt dem Designer, auch am Herzen: „Eine Sache ist es, ein schönes Muster zu entwerfen. Aber erst durch die perfekte Umsetzung wird es auch zu einem Meisterstück. Darum sind die Kollaborationen mit den Manufakturen auch so wichtig.“

Arthur Arbessers Designs für Wittmann haben eine starke eigene Identität und zeigen deutliche Referenzen zu seiner Wiener Herkunft. Die Teppichkollektion Forme wie auch die Stoffserie Icona für Wittmann sind geprägt von Momentaufnahmen der Stadt und ihrer Geschichte: gekachelte Wiener Stiegenhäuser, historische Buchumschläge, Details aus Bildern Egon Schieles oder eine frisch geöffnete Pralinenschachtel waren Inspiration für seine Designs, die Arbesser als Neuinterpretationen vertrauter Muster sieht.

Der Ausflug in die Welt des Interior Designs war eine Herausforderung, die der Modedesigner gerne annahm – geht es doch in beiden Fällen um das gekonnte Spiel mit Stoffen, Garnen und Farben. Und naheliegend war es zudem„Gerade habe ich auch meine zweite eigene Tableware-Kollektion herausgebracht. Immer wieder wurde ich auch bei meinen Modepräsentationen darauf angesprochen, dass meine Muster auch für die Einrichtung schön wären. Also habe ich darauf reagiert. Bunt gemusterte Tischtücher, Servietten und Platzsets sind nun mal der Anfang,“ verrät der frühere Armani-Schüler.

Bei der Triennale in Mailand waren außerdem kleine Möbelkunstwerke von Arbesser zu bewundern. Ob es bei dem „Ausflug“ bleiben wird, oder eine zweite Heimat für den Kreativen entsteht, bleibt also abzuwarten.

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