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Wirtschaft Immobiz
08/26/2021

Mein Wohnen: Der Wildbach aus der Studenten-WG

Oder: Wie die Urlaubsstimmung ausgerechnet durch eine Lärmbelästigung der Nachbarn verlängert wird?

von Nicole Zametter

Wir waren auf Urlaub: Eine Woche Berge, Wandern, Wald, Schwammerl, frische Luft, es war herrlich! Die Uhren ticken einfach anders, so hoch oben. Jeder Tag ein Abenteuer. Frühes Aufstehen ist kein Problem, denn abends fällt man müde vom vielen Gehen ins Bett. Kein Straßenlärm auf der Alm, keine lauten Nachbarn, nur der Wildbach, der einen abends mit seinem Rauschen in den Schlaf wiegt. Zurück in der Stadt wird einem dann schnell bewusst, wie schwer es ist, diesen Rhythmus in den grauen Alltag zu integrieren. Ich überlege, wie sich der Erholungsfaktor der Almen in meine urbane Mietwohnung holen lässt. Das Zirben-Kissen ist zwar ein Anfang, aber ich brauche mehr. E. schlägt vor, wir könnten doch einfach vermehrt Speckknödel und Kaiserschmarrn essen, das fühle sich dann so an wie im Urlaub. Dabei schmeckt das dort doch nur so gut, weil man vorher zwei Stunden steil bergauf gegangen ist. Und abends ärgere ich mich jetzt über die WG unter uns. Schon wieder Krach. Ich will zurück in mein kuscheliges Alpen-Heim. Da beginnt es plötzlich monoton zu rauschen. Die Nachbarn mixen wohl gerade Cocktails für ihre Party. Ein bisschen erinnert mich das Geräusch an meinen geliebten Wildbach, denke ich und schlafe ein. Hoffentlich werfen sie auch morgen den Mixer an! nicole.zametter@kurier.at

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