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Wirtschaft Immobiz
05/02/2019

Gemeinschaftsgärten: Landwirte in der Stadt

Städte werden grüner, um steigenden Temperaturen und der Verdichtung entgegenzuwirken. Urbane Gemeinschaftsgärten boomen.

von Sandra Baierl

Seinen Anfang nahm das „Urban Gardening“ in den 1970er-Jahren in den USA: von New York bis Detroit begannen die Menschen, sich der freien Flächen anzunehmen. Blumen wurden gepflanzt, Gemüse auch. Dort fand Kommunikation statt, Kinder spielten. Heute findet man Gemeinschaftsstadtgärten überall auf der Welt: in Vancouver und London, in Berlin und Wien. Allerorts beleben Menschen ihre Grätzel, Junge und Alte, schaffen grüne Oasen und neue Kommunikationsorte.

City Farm Augarten

Zwei Wiener Beispiele werden im neuen Buch „Rein ins Grüne – raus in die Stadt“ beschrieben. Das Projekt „City Farm Augarten“ legt seinen Fokus auf Kinder. Es gibt Themenbeete und Gemüseraritäten, in zahlreichen Veranstaltungen und Workshops kann man gemeinsam garteln und lernen. Wolfgang Palme, Leiter der City Farm, hat das ambitionierte Ziel, durch den Anbau von Wintergemüse den Import zu reduzieren.

Mintzgarten

Der Mintz-Garten im zweiten Bezirk in Wien, auf dem Gelände des Nordbahnhofs, liegt inmitten eines Stadtentwicklungsgebiets: hier entstehen bis 2025 etwa 10.000 neue Wohnungen. Auf der 300 Quadratmeter großen Fläche wird großzügig angebaut – Naschen ist erlaubt!

 

Das Buch lädt Reisende dazu ein, die Stadtgärten weltweit zu besuchen. Wer die Schlossgärten hinter sich hat, kann sich jetzt dem Kleinen widmen, heißt es sinngemäß. Damit ist ein neues Wort geboren: „Wir kennen in Zukunft nicht nur Landwirte, sondern auch Stadtwirte“, schreibt Autorin Renate Künast. Eine gute Entwicklung für die lebenswerten Städte der Zukunft.

Buchtipp

„Rein ins Grüne - raus in die Stadt. Eine Reise durch urbane Gärten“ von Renate Künast mit Victoria Wegner. Callwey Verlag, € 30,80. Auf 178 Seiten reist man  durch die Stadtgärten der Welt.