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Wirtschaft Immobiz
03/22/2021

Designer-Duo mischer'traxler: Design muss Themen vermitteln

Katharina Mischer und Thomas Traxler sehen in Design weit mehr als nur Formgebung. Design soll gesellschaftlich relevante Themen verständlich vermitteln

von Angelika Gross

„Wir reagieren auf ein Thema. Wir stellen uns Fragen dazu und suchen dann nach der besten Antwort“, erklärt Katharina Mischer ihren fast wissenschaftlichen Zugang zu den vielen unterschiedlichen Projekten. Denn das 2009 in Wien gegründete Designstudio „mischer’traxler“ lässt sich nicht auf einen Gegenstand, ein Material oder eine Form reduzieren. Ihre Auftraggeber reichen von renommierten Galerien und Museen (Cooper Hewitt New York und Wiener MAK) bis hin zu prominenten Marken wie Hermès oder Perrier-Jouët.

Design als Kommunikator

Einmal sind es große Lichtinstallationen aus Glas, dann wieder filigrane Handarbeiten aus Metall. Es geht viel mehr um die Vermittlung von Themen, als um die Gestaltung der Umsetzung. „Design hat die Möglichkeit, als Kommunikator aufzutreten, Themen zu vermitteln und so aufzubereiten, dass sie für die Menschen einfacher verständlich sind“, sagt Thomas Traxler und verweist auf ein Projekt aus der Serie „RealLimited“, in der sich das Designer-Duo bereits seit 2008 mit gefährdeten Arten in Österreich beschäftigt – Farn beispielsweise.

Gefährdete Pflanzenart

„Notholaena marantae“, auch Europa-Pelzfarn genannt, besteht ausschließlich auf Serpentinenfelsen. Das sind Steine, die einen großen Anteil an Schwermetallen enthalten. In Österreich wurde die Anzahl an noch in der Natur vorkommenden Europa-Pelzfarnen auf 200 Pflanzen geschätzt. In exakt dieser Auflage haben „mischer’traxler“ graue Porzellanvasen und Farnblätter aus Metall produziert. „Jede einzelne Farnpflanze ist nummeriert und repräsentiert ein lebendes Gegenstück“, so Traxler.

Konzeptionelles Design

Die Liebe zum experimentellen und konzeptionellen Design haben Katharina Mischer und Thomas Traxler schon während des Studiums entdeckt. Beide belegten Produkt und Möbeldesign an der New Design University in St. Pölten. Während eines Austauschjahres in Großbritannien stellten sie fest: „In England war Design schon viel mehr auf der experimentellen Linie als in Österreich. Das hat uns sofort gefallen.“ In der österreichischen Designszene hingegen orten sie noch immer „eine gewisse Schüchternheit“. Das trifft auf „mischer’traxler“ jedenfalls nicht zu. Ihre Projekte dürfen auch einmal provozieren.

Ein Projekt für die Victor Hunt Gallery: In den mundgeblasenen Glasgefäßen weilen künstliche, handgefertigte Insekten, die verschiedene ausgestorbene Arten aus der ganzen Welt  darstellen

Auch ein Projekt aus der Serie „RealLimited“: Jede Metallmotte ist nummeriert und repräsentiert eine Motte, die in echt noch übrig ist 

„LimitedFern“  weist auf vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten in Österreich hin. Die Steine sind aus  Porzellan und die Blätter aus Metall

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